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Geräte-Vorstellungen

Mono

Mono

Mono (Siemens, 1972)
Historie
Der Siemens Mono ist in hoher Auflage seit 1972 bis Ende der 80er Jahre produziert worden und hat damit sogar die Zulassungszahlen des Merkur Disc übertroffen. Durch seine außerordentliche Beliebtheit bei den Spielern hat er den Aufstellunternehmern viele neue Aufstellplätze geöffnet. Man soll die Geräte sogar in Krankenhäusern, Kantinen und im Einzelhandel erfolgreich aufgestellt haben. Dies konnte von keinem anderen Gerät wiederholt werden.

Besonders beliebt war die Aufstellung in Einer-Konzessionen, für die eigene standardisierte Spielstättenmodule entwickelt wurden.

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Obwohl ohne jeden Komfort (keine Heizung!) bildeten sich oft lange Schlangen von Spielgästen vor der Konzession. Durch die Konkurrenz der neuen mobilen Spielgeräte sind diese Spielstätten heute nur noch selten anzutreffen.


Etwa zeitgleich mit dem Mono erschienen folgende Modelle anderer Hersteller, die in Deutschland jeden keinen nennenswerten Marktanteil erzielen konnten

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Spielsystem
Ein Spiel wird durch Abheben des „Hörers“ vorbereitet.

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Dieser hat daneben die Funktion der Ausgabe von Spieltönen und –melodien. Dazu ist der Hörer fest an das linke Ohr zu drücken. Wegen der Anordnung des Hörers an der linken Seite des Gerätes in Verbindung mit einem recht kurzen Verbindungskabel haben Rechtshörer einige Schwierigkeiten. Ein ergonomischeres Gerät sowohl für Links- als auch für Rechtshörer wurde jedoch nie entwickelt.

Für die Siebzigerjahre geradezu revolutionär war der Versuch des Herstellers, sowohl Sprachein- als auch -ausgabe zu implementieren. Mangels genügend ausgereifter Spracherkennungssoftware blieb es jedoch bei dem Versuch. Die Spracheingabe hat keinerlei Einfluss auf den Spielverlauf. Die Sprachausgabe allerdings war wohl das entscheidende Merkmal für den Erfolg des Gerätes. Selbst im Vergleich zu ganz aktuellen Geldspielgeräten war der Umfang der verwendeten Sprachsamples sehr umfangreich. Dieses Feature litt jedoch unter der wenig ausgereiften Lautsprechertechnik im „Hörer“. Gerade in Spielstätten mit mehreren Geräten kam es wegen der Spracheingabe der übrigen Spielgäste häufig zu einem erhöhten und störenden Geräuschpegel, der die Sprachausgabe schwer verständlich werden ließ.

Nach Abheben des Hörers fordert das Gerät zur Geldeingabe auf.

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Der Siemens Mono nimmt 10PF, 50PF und 1DM Stücke in beliebiger Reihenfolge an.

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Der Preis pro Spiel war 30 PF. Ein höherer eingeworfener Betrag wurde auf einem Vorlagezählwerk aufgebucht.

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Danach begann das eigentliche Spiel. Der Mono ist vom Spielaufbau eher den mechanischen Geräten der späten Fünfzigerjahre zuzurechnen. Die eine vorhandene Spielscheibe wird mechanisch durch Krafteinfluss des Spielers in Bewegung gesetzt. Siemens verwendete dafür eine weitere Neuerung. Statt dem indirekten Zug an einem Hebel oder einer Kurbel bewegte der Spieler die Spielscheibe direkt durch Einführen eines Fingers in eine beliebige Spielposition. Er drehte dann die Scheibe gegen den Uhrzeigersinn bis zum Anschlag, wodurch im Gerät eine Feder gespannt wurde. Durch Loslassen der Scheibe drehte diese zurück und das eigentliche Spiel startete.

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Der Spieler konnte die Spielscheibe bis zu neunmal nachstarten.

Der Gewinn und Verlust wurde nicht optisch, sondern durch Sprach- und Tonausgabe im Hörer angezeigt. Im Verlustfall wurde die Folge Tut-Tut-Tut usw. gespielt. Im Erfolgsfall wird der Gewinn durch Sprachausgabe, oft unterlegt mit weiteren Sprach- und Musiksamples ausgegeben.

Der mögliche Gewinn ist schon während des Spiels im Echtgeldjackpot angezeigt:

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Die Gewinnausgabe erfolgt im Anschluss des Spiels nach Auflegen des „Hörers“

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Der gesamte Spielablauf, die möglichen Gewinnkombinationen und weitere Spielhinweise sind auf der Spielscheibe übersichtlich angegeben, wie es die alte Spielverordnung vorschrieb.

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Hauptgewinne sind die Kombinationen 110 und 112. Es wird der Höchstgewinn von 1 DM gezahlt. Bei erneutem Auftreten der Kombination 112 wird der Jackpot gezahlt. Diese Gewinne werden durch die Sprachausgabe „Polizei“, „Feuerwehr“ und „Pflegedienst“ akustisch unterstützt. An dieser Stelle ist eine Interaktion mit dem Gerät durch beliebige Spracheingabe möglich ! Durch einen Programmfehler, der erst in Revision 3.1 ausgeräumt wurde, ist dieses „Gespräch“ beliebig lange möglich.


Kleingewinne in Höhe von 10 und 20 PF werden für die Kombinationen 01188 und 01171 gegeben.


Weitere Kleingewinne waren wegen des Umfangs in einem extra Gewinnplan dokumentiert. Dieser Gewinnplan war in den Einerkonzessionen fest unter dem Gerät angebracht oder konnte in grösseren Spielstätten bei der Aufsicht eingesehen werden.

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Gewinne können nicht riskiert werden.


Persönliche Meinung

Wer Siemens Geräte mag, der ist auch mit dem Mono bestens bedient. Das atraktive Spielsystem zusammen mit der unaufdringlichen Grau / Schwarz Optik und der sparsamen, aber wirkungsvollen Beleuchtung lassen das Gerät für jeden Sammler zum Gewinn werden.

Der Sound ist die eigentliche Attraktion des Siemens und ist bis heute unerreicht.

Der Gewinnplan ist abwechslungsreich und durch gezielte taktische Eingriffe des Spielers in den Spielverlauf kann der Mono durchaus als Hochauszahler bezeichnet werden.

Die robuste Mechanik ist selbst unter widrigen Witterungsbedingungen jeder Belastung gewachsen.

Ein reizvolles Gerät, das trotz hoher produzierter Stückzahlen nur noch schwer erhältlich ist und zuletzt mit über €500 gehandelt wurde. Die Fotos wurden mit freundlicher Genehmigung in „Georg’s Spielhalle im Garten“ gemacht.

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Euer Esteka
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