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Geräte-Vorstellungen

Gaucho


Währung: 30 Pfennig
optische Animation mit LED: Nein
akustische Animation mit MP3: Nein
EZ (elektronische Zulassung): Nein

GauchoRotomat Gaucho (1981, Wulff, 30 Pfennig-Spiel)

 

Bei NSM-Löwen war es schon seit Ende der 60er Jahre Gang und Gäbe, erfolgreiche Geräte mit Lichtjackpots, sogenannten Gewinnregistrierungen zu entwickeln. Wer erinnert sich nicht an die zahlreichen Exquisit-Geräte mit den vielen verschiedenen Jackpot-Varianten... Da der Erfolg dieser Spielsysteme in der Münzspiel-Branche allgemein unübersehbar war, versuchte man sich rund zehn Jahre später dann auch bei Wulff mit der Entwicklung von Spielsystemen mit Gewinnregistrierung. Zunächst geschah dies in einfacherer Form beim Multimat Tip Top und Rotomat Gold Silber Bronze (beide 1978) mit einer einzelnen Lichleiste. Der Rotomat Senator (1979) verfügte dann über drei Jackpots mit jeweils vier Feldern. Den Höhepunkt der Geräte mit Gewinnregistrierung erreichte Wulff Anfang der 80er Jahre, indem man zwölf Felder, tabellarisch angeordnet mit vier Spalten und drei Zeilen in der Art eines Bingo-Spiels entwarf. Es gibt zwei Geräte, die eine solche Gewinnregistrierung haben, zuerst kam der Rotomat Manhattan (1980) und dann der Rotomat Gaucho.

Bei dieser Art von Gewinnregistrierung müssen nicht mehr alle Felder erreicht werden, sondern es genügt, eine Zeile oder eine Reihe voll zu machen, wobei je nach "Schwierigkeitsgrad" der Linie 3, 5, 10, 12, 15, 20 oder 100 Sonderspiele gewonnen werden. Zehn der zwölf Felder werden durch Erscheinen einer zugeordneten Gewinnkombination erleuchtet, die übrigen zwei dienen als "Startkapital" und werden nach Auslösung direkt wieder nach Erscheinen eines karierten oder gestreiften Feldes auf der Mittelwalze eingeschaltet. Sind zwei Linie gleichzeitig beleuchtet, so wird der Gewinn der höherwertigeren Linie gegeben. Grundsätzlich wird immer nur die Linie gelöscht, welche zur Auslösung führte.

Um auch bei wenig beleuchteten Feldern im Jackpot einen Spielanreiz zu bieten, gibt es als weitere Möglichekeit Direktserien durch drei mal Gaucho auf den Walzen. Die Zahl der Sonderspiele ist variabel (10, 15, 20 oder 100 Sonderspiele). Sie wird durch das erleuchtete Feld im unteren Tableau angezeigt, welches nach jedem Spiel um einen Schritt weiter nach rechts schaltet. In einem von elf Spielen wird hierüber auch die Chance auf eine 100er-Direktserie eingeräumt. Offensichtlich orientierte man sich auch bei diesem Spielelement an den erfolgreichen Löwen-Geräten (Rotmamint Goldene 7 und Rotamint Goldene 7 Record, beide 1978). Die Anordnung der von je einem Kreis umrandeten Gewinnfelder im Tableau erinnert beim Rotomat Gaucho insbesondere in der linken Hälfte an Olympia-Ringe.

Ebenfalls ließ man sich bei Wulff auch insoweit von den NSM-Geräten Goldene 7, Goldene 7 Record und Jackpot (1978) inspirieren, dass die mittlere Walze beim Gaucho für die Serien nicht nur karrierte, sondern auch gestreifte Felder aufweist. Gestreifte Felder bringen 1 DM-Gewinne und karierte Felder 3 DM. Gestreift sind beim Gaucho vier Felder, welche allesamt einem 50 Pfennig-Gewinnbetrag zugeordnet sind. Anders als bei NSM gibt es bei der Gewinnkombination drei mal 50 (mit dem gestreiften Feld) aber nicht 3 DM, sondern nur 1 DM, weil der Gewinnplan so ausgelegt wurde, dass eine Gewinnkombination in Serien nur ohne gestreiftes Feld auf 3 DM erhöht wird.

Das Spielsystem des Rotomat Gaucho ist als eine Weiterentwicklung des Rotomat Manhattan (1980) zu verstehen. Der (optisch ebenfalls aufwendig gestaltete) Manhattan verfügt ebenfalls über die Bingo-artige Gewinnregistrierung, wobei dieser jedoch über keinerlei Seriensymbole verfügt und somit auch keine Direktserien angeboten werden.

Der Gaucho ist auf jeden Fall einer der Geldspieler, der eigentlich in keiner Sammlung eines jeden Wulff-begeisterten Automatenfreundes fehlen sollte. Sowohl das optische Erscheinungsbild als auch das dauerhaft unterhaltende Spielsystem sind von höchstem Niveau. Und es darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass trotz der vielen Paralellen zu verschiedenen Rotamint-Geräten der eigentliche, typische Rotomat-Charakter keineswegs verloren ging, was das Erscheinungsbild und die Technik anbelangt. Eigentlich schade, dass dieses schöne Gerät nur in verminderter Stückzahl gebaut wurde. Kurioserweise wurde der Gaucho laut Werbeanzeigen in der Fachpresse trotzdem zu äußerst günstigen Konditionen angeboten. Scheinbar geschah dies unter dem Aspekt, dass die neue Gerätegeneration mit Mikroprozessortechnik bereits paralell zu haben war. Wäre dies nicht der Fall gewesen, so hätte das interessante Spielelement der tabellarischen Gewinnregistrierung sicherlich noch eine große Zukunft gehabt. Neue Features wie Risiko, Ausspielungen und musikalische Untermalung des Spiels bei den elektronisch gesteuerten Geräten ließen dann aber leider doch ziemlich schnell Gras über dieses unterhaltsame Spielsystem wachsen.

 (Sven Schreiber)

Link zur originalen Werbebroschüre (nur für Vereinsmitglieder einsehbar)
 

Der Rotomat Gaucho in der Rubrik Klassiker und Raritäten in der
Fachzeitschrift "AutomatenMarkt" (Ausgabe 08/2014)

 


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