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Multi-Roulette (Playmont 1981)

Playmont_Multi_Roulette_1

Beim Playmont Multi-Roulette von 1981 fallen sofort 2 Dinge ins Auge:

1. Die ungewöhnliche Größe des Gerätes mit einer Höhe von 105 cm und einer Breite von 70 cm. Dass der Automat mit 48 kg trotzdem nicht viel mehr als ein normales Gerät dieser Zeit wiegt, liegt daran, dass fast der gesamte Corpus aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt wurde. Lediglich die Rückwand besteht aus einer·2 cm dicken Spanplatte. Die Fertigung wurde im Auftrag von Playmont von der Firma Zaccaria in der Schweiz durchgeführt.

2. Es ist eines der wenigen Geldspielgeräte mit Roulette-Kessel, bei dem tatsächlich alle roulette-typischen 36 Zahlen und die 0 gesetzt werden können. Darüber hinaus können wie beim richtigen Roulette auf halbe Chancen wie rot oder ungerade sowie auf Drittel-Chancen wie 1-12 oder „Dutzend-Reihen“ gesetzt werden. Lediglich auf 2er-, 3er-, 4er- und 6er-Zahlenkombinationen kann nicht gesetzt werden, sonst sind die Setzmöglichkeiten dem realen Roulette originalgetreu nachempfunden.

Kessel

Die Kugel wird durch ein Lauflicht simuliert und führt mit sattem·Sound bis zu 10 Umdrehungen durch.

TableauEine dritte Besonderheit fällt erst beim Spielen bzw. Setzen der Zahlen und Chancen auf: sie werden durch einfaches Tippen mit dem Finger auf Sensorfelder auf der Glasscheibe festgelegt. Für die damalige Zeit als es noch keine Touch-Screens gab, war das sicherlich eine kleine Sensation.

 

Technisches

- 30 Pf/Spiel

- Spieldauer: 15 Sek.

- elektronische Steuerung

 

Spielsystem

Normalspiele

Am Anfang eines jeden Spiels kann gesetzt werden. Wird nicht neu gesetzt, übernimmt das Gerät automatisch die vorherige Wahl. Während der ersten Spielphase kann noch neu gesetzt werden, indem die „Löschen“-Taste betätigt und eine andere Wahl getroffen wird. Nach etwa der Hälfte der Zeit bzw. Kugel-Umdrehungen leuchtet unterhalb des Kessels „nichts geht mehr“ auf und die Kugel kann mit der Stop-Taste gestoppt werden (natürlich stoppt sie in der Regel nicht dort, wo man gedrückt hat) oder sie läuft von selbst aus.

Halbe Chancen: rot, schwarz, pair (gerade), impair (ungerade), manque (Zahlen von 1-18), passe (19-36). Ein Gewinn bringt 30 Pf und lässt einen die Bonus-Leiter (siehe unten) um einen Schritt weiter erklimmen.

Drittel-Chancen: Zahlen 1-12, 13-24, 25-36 sowie die 3 Spalten unterhalb der Null mit jeweils einem Dutzend Zahlen. Ein Gewinn bringt 50 Pf und lässt wie bei den halben Chancen auf der Bonus-Leiter das nächste Licht angehen.

Zahlen 0-36: Kommt genau die Zahl, die man gesetzt hat, gibt es 2 DM und eine Ausspielung von Sonderspielen, genannt Multi-Chance. Hierbei werden mit unterschiedlicher Häufigkeit 3, 5, 10 oder 25 Sonderspiele gegeben (siehe Bild unten). 

Multi_Chance

BonusMulti-Bonus: Nach 15 Schritten auf der Bonus-Leiter gibt es eine Chance auf 1, 6 oder 13 Sonderspiele, die mit unterschiedlicher Häufigkeit ausgespielt werden (siehe Bild rechts).

Sonderspiele

In Sonderspielen wird standardmäßig auf halbe Chancen gespielt. Wird nicht selbst gesetzt wählt der Automat automatisch „rot“. Bei Gewinn werden 3 DM gegeben, wobei jeder Groschen mit einem Ton aufgezählt wird (auch sonst jeder Groschen-Gewinn).

Besonderheit: die „0“ ist immer mit gesetzt. Wird sie getroffen, wird die Serie um 5 Sonderspiele verlängert. Kommt sie gleich darauf noch einmal, kommen sogar noch mal 75 Spiele hinzu!

Risiko: Ist der Sonderspiele-Zählerstand auf 10 oder darunter kann riskiert werden. Es können sowohl halbe und Drittel-Chancen gesetzt werden als auch einzelne Zahlen. Folgende Regeln gelten:

Halbe Chancen: Die Anzahl der Sonderspiele auf dem Zähler wird verdoppelt, d.h. es können bis zu 10 Sonderspiele riskiert werden und maximal 10 hinzugewonnen werden.

Drittel-Chancen: Die Anzahl der Sonderspiele auf dem Zähler wird verdreifacht, d.h. es können bis zu 10 Sonderspiele riskiert werden und maximal 20 hinzugewonnen werden.

Zahlen: Es können maximal 3 Spiele riskiert werden. Bei Gewinn wird das 35-fache des Einsatzes gegeben, jedoch wird maximal auf 99 Spiele aufaddiert.

Nachteil: Die Anzahl der Sonderspiele, die riskiert werden, kann nicht selbst bestimmt werden. Sobald man auf die Risiko-Taste drückt, wird also die maximale Anzahl an Sonderspielen riskiert, die noch auf dem Zählerstand ist, d.h. bei halben und Drittel-Chancen werden immer alle Spiele auf dem Zählerstand (≤ 10) riskiert und beim Zahlenrisiko immer 3 Spiele, solange noch 3 oder mehr Spiele auf dem Zähler sind. Sind nur noch 1 oder 2 Spiele auf dem Zähler, werden eben diese riskiert und im Gewinnfall das 35-fache an Sonderspielen hinzu addiert. Kommt kein Gewinn ist der komplette Einsatz natürlich weg.

Spielstrategien

Eigentlich gibt es nur diese beiden Strategien: entweder man spielt auf Zahl und die Multi-Chance oder man spielt auf die halben bzw. Drittel-Chancen und den Multi-Bonus. Natürlich kann man auch abwechseln, aber die Chancen eine Zahl zu treffen werden dadurch nicht besser.

Chancen: Diese Strategie ist deutlich kurzweiliger, da natürlich mehr Gewinne kommen und man schneller im Sonderspielbereich ist. Spielt man auf die halbe Chancen dauert es theoretisch nur etwa 5 DM lang bis man die 15 Boni hat und eine kleine Ausspielung bekommt (man gewinnt in etwa jedem 2. Spiel einen Bonus sowie 30 Pf). Allerdings wird diese Strategie in den meisten Fällen nur mit 1 Sonderspiel belohnt.

Zahlen: Spielt man auf Zahl kann es mitunter lange dauern bis endlich mal die gesetzte Zahl kommt, d.h. das Geld geht relativ schnell weg und es passiert nicht viel. Kommt die Zahl winken dafür bei der Ausspielung bis zu 25 Sonderspiele, wobei meistens 3 oder 5 Spiele gegeben werden. Diese können natürlich durch glückliches Riskieren noch vervielfacht werden.

Plan

Fazit

Der Multi Roulette ist rein optisch schon mal sehr beeindruckend. Der große Roulette-Kessel mit der toll animierten Kugel ist einfach ein Hingucker und -hörer. Am allerbesten gefällt mir aber das Sensor-Tableau mit den einfach über leichten Fingerdruck zu setzenden Chancen. Eine tolle technische Raffinesse.

Das Spielsystem kommt zwar phasenweise etwas trocken daher; hat man sich aber erstmal darauf eingestellt (und der Automat auf einen), dann kann es richtig viel Freude machen. Das vielleicht einzige Manko: es gibt kein Vollbild. Dennoch: ganz klar Daumen hoch!

Euer Pitbread

Hier gehts zur Diskussion: http://www.goldserie.de/phpBB3/viewtopic.php?f=605&t=26733