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Spielschscheiben laut / brummen bei Rotamint-Geräten im Pultgehäuse

Laute Spielscheiben bei Rotamint-Geräten der Pultgehäuse-Generation (1. ST95-Baureihe)

Bei den unten aufgeführten Geräten kommt es bei den äußeren Spielscheiben gelegentlich zu dem Problem, dass sie beim Rotieren ein recht hohes Laufgeräusch verursachen, welches als eine Art lautes Brummen wahrnehmbar ist. In den allermeisten Fällen liegt dies jedoch nicht am Antriebsmotor, sondern am Symbolträger. Und zwar ist die Ursache dabei der Puck in der Mitte der Spielscheibe, welcher auf die Achse gesteckt wird und im Laufe der Jahrzehnte etwas Spiel bekommt, wodurch Schwingungen und Vibrationen von der Motorachse verstärkt werden. Der Puck ist werksseitig von hinten sehr fest und ohne jegliches Spiel durch Erhitzen des Kunststoffes an vier Stellen befestigt, was so ähnlich aussieht, als sei der Puck von hinten "durchgenietet" worden (siehe Foto Nummer 6 = letztes Foto mit orangefarbiger Spielscheibe).

Das Problem lässt sich recht einfach beheben. Dazu benötigt man je eine kleine Tube handelsüblichen flüssigen Sekundenkleber und Sekundenkleber-Gel und ein kleines Stück Pappe (als Arbeitsunterlage, wenigstens so große wie ein DIN A4-Blatt oder so groß wie ein Mouse-Pad). Anstelle des Sekundenkleber-Gels kann Ersatzweise auch anderer Kleber verwendet werden (z. B. Uhu oder Pattex, wenn nichts anderes verfügbar ist, geht zur Not auch der flüssige Sekundenkleber anstelle des Gels), der flüssige Sekundenkleber hingegen muss auf jeden Fall vorhanden sein und verwendet werden.

Das Problem betrifft die Geräte:

Rotamint Super Jackpot (1984)
Rotamint Goldene 7 (1985)
Rotamint Super 7 (1985)
Rotamint Champion (1985)
Rotamint Magic 7 (1986)
Rotamint Joker 7 (1986)
Rotamint Express (1987)
Rotamint Joker Power (1988)

 

Die Vorgehensweise ist wie folgt:

Das Gerät öffnen, sodass man von vorne auf die Spielscheibenmaschine schauen kann.

 

 

Die Spielscheiben werden mittels eines kleinen Pucks auf der Motorachse befestigt und mittels eines Sprengrings mit Unterlegscheibe gesichert.

 

 

Der Sprengring lässt sich relativ einfach von der Achse ziehen, wenn man einen kleineren Schlitzschraubendreher (z. B. Spannungsprüfer) dafür benutzt. Dennoch muss man aufpassen, dass der Sprengring a) nicht wegfliegt und b) man mit dem Schlitzschraubendreher nicht abrutscht, da man ansonsten das Motiv der Spielscheibe sehr unschön zerkratzt und sich obendrein dabei auch noch verletzen kann.

 

 

Wenn der Sprengring und die Unterlegscheibe entfernt wurden, lässt sich die Spielscheibe von der Motorachse ziehen. Dabei merken, wie herum die Spielscheibe auf der Achse saß, da sie sich auch um 180° verdreht auf der Achse befestigen lässt. (Tipp: vor den Abziehen ein unverwechselbares Bild einstellen, z. B. Doppel-Sieben oder Glocke, je nach Modell...). Sollte es dennoch passieren, das die Scheibe hinterher verkehrt herum befestigt wird, merkt man das ohnehin beim Spielen, da auf unsinnige Kombinationen Gewinne gegeben werden und/oder auf Gewinnkombinationen keine Gewinne, sodass man das spätestens dann korrigieren kann. Den Sprengring und die Unterlegscheibe zur Seite legen, damit sie nicht verloren gehen. Manchmal kann das Abziehen etwas schwergängig sein, da die Scheibe in der Regel seit rund 30 Jahen auf der Achse sitzt. Am einfachsten ist, wenn man die Scheiben links und rechts oder oben und unten packt und dabei nach vorne zieht (ggf. mit einem kleinen Ruck). Im ausgebauten Zustand hat man dann nun die drei unten zu sehenden Teile: Symbolträger, Unterlegscheibe und Sprengring.

 

 

Diese Spielscheibe nun mit der Beschriftung nach oben auf ein Stück Pappe legen. Nun kommt der flüssige Sekundenkleber zum Einsatz. Und zwar muss ein wenig vom Sekundenkleber durch das kleine Loch des Pucks eingefüllt werden (siehe grüner Pfeil). Und zwar soviel, dass möglichst viel des Zwischenraums (bestenfalls der gesamte Zwischenraum) zwischen Puck und Spielscheibenmulde ausgefüllt wird. Das muss man natürlich ein bisschen nach Gefühl machen. Besser etwas zu wenig als zu viel. Meistens reichen wenige Tropfen. Das Problem ist, dass man das nur einmal machen kann bzw. nur so lange, wie der Kleber noch flüssig ist. Sobald sich nichts mehr in das kleine Loch einfüllen lässt, ist es gut. Je nachdem wie große das Spiel zwischen Spielscheibenmulde und Puck ist, kann es auch sein, dass sich nur sehr wenig von dem flüssigen Kleber in das kleine Loch einfüllen lässt. Nun ist es ganz wichtig, die Scheibe wenigstens für 15 Minuten, besser für eine halbe oder ganze Stunde so liegen zu lassen und auf gar keinen Fall zu umzudrehen. Allenfalls sehr langsam ein bisschen schwenken, um den flüssigen Kleber zwischen Puck und Spielscheibenmulde etwas zu verteilen. Ebenfalls ganz wichtig: Auf jeden Fall darauf achten, dass kein Sekundenkleber in das mittlere Loch für die Achse gelangt, da man diesen sonst später mühselig wieder entfernen muss. Es heißt zwar "Sekundenkleber", aber da zwischen dem Puck und der Spielscheibe bestenfalls keine Luft mehr ist, dauert der Trockungsvorgang etwas länger. Es hilft auch, etwas auf das kleine Loch zu pusten, denn wenn das erst einmal ausgehärtet ist, ist es egal, ob es innen noch flüssig ist oder nicht, das härtet kurze Zeit später dann auch aus. Beim Pusten nicht so nah heran gehen, die Dämpfe vom Sekundenkleber brennen mitunter in den Augen und in der Nase. Die Vorderseite der Spielscheibe ist dann nach der Trockungszeit fertig.

 

 

Nun geht es an die Rückseite der Spielscheibe. Bevor allerdings die Spielscheibe mit der Vorderseite auf die Pappe gelegt wird, nachschauen, ob keine Kleberreste auf der Pappe sind. Ggf. eine neue Pappe nehmen oder die Pappe umdrehen, da der Kleber das Motiv ausbleichen und/oder beschädigen kann, wenn er noch flüssig ist (weiße Flecken, die man nie wieder weg bekommt!) oder Kratzer auf der bedruckten Folie verursachen kann, wenn Tropfen schon ausgehärtet sind (zudem können wegen der enthalten Chemikalien auch getrocknete Klebereste noch weiße Flecken auf der Folie nach sich ziehen). Wenn man von hinten auf die Spielscheibe schaut, sieht man die vier Befestigungpunkte, die ausehen wie Nieten (siehe Pfeile). Diese nun an den Rändern mit Sekundenkleber-Gel jeweils einmal komplett umschließen, sodass sich jeweils eine stabile, deutlich sichtbar übergehende Verbindung zwischen dem Symbolträger und den vier "Nieten" ergibt. Hier geht wie gesagt auch anderer Kleber, wie Uhu, Pattex oder ähnliches. Zur Not geht auch der flüssige Sekundenkleber, wobei man dann allerdings darauf achten muss, dass er auch unter die Nieten fließt.

 

 

Nun muss man auch hier den Kleber ausreichend trocknen lassen. 30 bis 60 Minuten sollten es mindestens sein (zumindest dann, wenn man keinen Sekundenkleber verwendet hat). Bei Sekundenkleber (egal ob Gel oder flüssig) kann man die Trockungszeit durch gelegentliches Pusten etwas reduzieren. Jetzt muss die Spielscheibe nur noch wieder auf die Achse gesetzt und mit der Unterlegscheibe und dem Sprengring gesichert werden. Nun sollte in den allermeisten Fällen das laute Brummen der Spielscheibe verschwunden sein.

 

Nachtrag vom 01.07.2014:

Im Forum wurde die Frage gesetellt, ob diese Reparaturanleitung auch für die Geräte der nachfolgenden Gehäusebaureihe (ab Rotamint Turbo No. 1) anwendbar ist, bei welcher die Spielscheibenmaschinen dann teilweise auch direkt in die Lapmpenplatinen vorne in der Tür mit integriert sind. Bei der Ansicht einer Spielscheibe einer Rotamint Take 7 stellte ich fest, dass an der Spielscheibe hinten zwar ein zusätzliches Bauteil befestigt ist (ein Arm für die Gabellichtschranke zur Positionsbestimmung), der Aufbau ansonsten aber dem der vorherigen Variante entspricht. Demnach ist diese Reparaturanleitung auch für die Gerätegeneration geeignet, die nach der Pultgehäusebaureihe erschien. Zum Vergleich hier noch zwei Bilder der rechten Spielscheibe aus einer Rotamint Take 7 (vorn und hinten, hinten kann man gut das zusätzliche Bauteil mit dem Arm für die Gabellichtschranke erkennen):


 

 

Sven Schreiber, 30.06.2014 / 01.07.2014

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