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Mega Spielgeräte

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Zehn Jahre Mega
Zehn Jahre Spiele mit Pfiff
Die Mega entwickelt nur Spiele, sie baut sie nicht selbst - und das jetzt schon 10 Jahre lang. Ein stolzes Datum in einer Branche und in einer Zeit, die für junge Unternehmen nicht die beste ist. Doch die Mega hat sich beharrlich weiterentwickelt. In beachtenswerten Schritten ist das Unternehmen von Quartal zu Quartal gewachsen - und das schon nach einer sehr kurzen Startphase. Deshalb fliegen nun auch am 19. Juni in Limburg die Sektkorken, ein Geburtstag muß schließlich gefeiert werden.

Ein Bericht aus dem Münzautomat 6-1998:

Geil, obergeil mega-geil! So würden Jugendliche heute wahrscheinlich den Werdegang des Limburger Automatenhauses beschreiben. 10 Jahre ist es her, daß Joachim Trenz und Dr. Jörg Bewersdorff sich mit 11 Mitarbeitern, aus der Konkursmasse des ehemaligen Herstellers Reichert heraus, auf eigene Füße gestellt haben. Daß die Füße nicht ganz die „eigenen" sind, wollte zwar anfänglich niemand so deutlich sagen, man wußte es aber. Paul Gauselmann sicherte sich durch eine entsprechende Produktions und Vertriebsvereinbarung die Kerntruppe des Unternehmens. Er machte es möglich, daß die Limburger Crew als eigenständiges Unternehmen weiterarbeiten konnte. Bei der Mega in Limburg wird seither entwickelt - nur entwickelt -, und bei Gauselmann in Lübbecke laufen diese Entwicklungen dann vom Band. Neben der Produktion geht der Vertrieb zum Großhandel auch über den bestehenden und erprobten Wege des Gauselmann Konzerns.

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Für Joachim Trenz war dieser Deal die Grundlage einer langen und fruchtbaren Beziehung. Am schwachen Vertriebsnetz und nicht an der Qualität der Geräte, so analysiert man hinter vorgehaltener Hand, sei sein ehemaliger Arbeitgeber damals nämlich gescheitert. Aus Passiertem zieht man seine Schlüsse, sagte Joachim Trenz heute ganz selbstbewußt. Es berührt ihn nicht, einen „großen Verwandten" zu haben. So pflegte der inzwischen verstorbene Dietmar Schneider es immer auszudrücken, wenn er nach dem Verhältnis seines Unternehmens zur Gauselmann Gruppe gefragt wurde. Bei Mega schätzt man die derzeitige Konstellation: „Die Mega kann sich ganz aufs Entwickeln konzentrieren." Wobei Joachim Trenz, so ganz nebenbei, noch der beste Werbeträger für seine Gerätelinie ist. Doch Werbung funktioniert langfristig nur, wenn das Produkt stimmt. Daß das Mega-Produkt stimmt, dafür sorgen inzwischen 23 Mitarbeiter, die man kaum zu Gesicht bekommt. Sie entwickeln hinter verschlossenen Türen, kümmern sich um Design und Funktion, sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Bei der Mega in Limburg versteht man sich als Team. Ohne diesen Teamgeist wäre der beständige Aufwärtstrend sicher nicht möglich gewesen. Ohne das große Fachwissen und die selbständige Arbeitsweise dieses Teams wohl auch nicht.

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So weiß auch Joachim Trenz, in der Geschäftsführung eher der Vertriebsmann, wovon er redet, wenn es um das Geld-Gewinnspiel-Gerät geht. Er kennt nicht nur die Entwicklung, die Produktion oder die Handelsstufe. Er weiß, wo der Schuh drückt, kennt die Probleme, aber auch die guten Seiten dieser Branche. Mit Trenz muß man nicht um zehn Ecken reden. Fällt ein Stichwort, so fällt auch bei ihm der Groschen. Als das Zählwerk eingeführt wurde, da zog er durch die Lande und predigte die Vorteile dieser Einrichtung. Die neue Gerätegeneration hat damals recht schnell den Durchbruch geschafft, auch-und vielleicht sogar wegen Trenz. Jedem ist er noch in Erinnerung, wie er sich mit Zahlen und Folien durch die Summe der Vorurteile, Unkenntnis und Halbwissen wühlte. Es brachte ihm den Titel „Zählwerkspapst" ein.

101Kaum war das EuGH-Urteil gesprochen, da startete man bei Mega einen neuen Feldzug zur Erhöhung der Auszahlquote.Trotzmanchem Versuch, es bei niedrigen Quoten zu belassen, hat sich eine höhere Auszahlquote heute durchgesetzt. Trenz führt in der Grundargumentation an, daß der Spielgast das Geld-Gewinnspiel nur annimmt, wenn er für seinen Einsatz auch ausreichend Spielspaß bekommt. Ideal hierbei ist eine gute Kasse für den Aufsteller in Verbindung mit einer hohen Verweildauer für den Spielgast. Die Kasse isoliert betrachtet, hält er für einen gefährlichen Indikator, um den Erfolg eines Gerätes zu messen. Ebenso kann die Spielezahl allein nicht erfreuen, wenn die Kasse nahezu leer ist. Und das ist zum Beispiel der Fall, wenn Aufstellunternehmer Hochauszahler neben Niedrigauszahler hängen und dann den Hochauszahler zum Verlierer stempeln wollen. Nicht wissend, daß der Spieler immer wieder den Niedrigauszahler mit dem Geld aus dem Hochauszahler nachfüttert. Er startet nämlich meist an beiden Geräten mit dem gleichen Einsatz und bekommt logischerweise aus dem Hochauszahler mehr Geld zurück - das er ins Gerät daneben steckt. Der Hochauszahler ist aber der wirkliche Grund, warum der Spielgast Spielspaß hat, warum er am Gerät und in der Spielstätte bleibt. Folge: aktiver Hochauszahler niedrige Kasse, müder Niedrigauszahler hohe Kasse. Fehlschluß: Der Niedrigauszahler ist das bessere Gerät. Wenn Trenz einer solchen „Erkenntnis" auf die Spur kommt, dann ist er in seinem Element, dann zückt er Zettel und Stift und überzeugt seinen Partner in einen Exkurs um Spielezahlen und Kasseninhalte. Fazit: Wenn nur noch Geräte mit höherer Auszahlung hängen, haben die Spielgäste wieder generell mehr Spielspaß, verweilen viel länger am Gerät, und letztlich ist der Kasseninhalt dann auch bei allen Geräten und besser frequentierten Hallen wieder gut. Nun feiert man in Limburg keinen Trenz-Geburtstag, sondern das zehnjährige Bestehen des Unternehmens Mega. Wenn Trenz auch nicht Alleininhaber und Meister aller Reußen ist, so ist er doch die prägende Figur dieses Hauses. Somit zeigt ein Ausflug zu seiner Person auch recht viel vom Charakter des Unternehmens Mega.

Weniger das Unternehmen, aber um so mehr die Spiele von Mega sind geprägt von dem Erfindungsgeist von Dr. Jörg Bewersdorff. Er ist der Vordenker des 11köpfigen Entwicklerteams und der stillere der beiden Mega-Chefs. Mathematiker und dabei sehr stark spielerorientiert, etwas in sich gekehrt und trotzdem nicht kommunikationsarm. Er gehört zwar zu den Menschen, die meist erst etwas sagen, wenn sie gefragt werden - dann hat er aber auch etwas zu sagen. Bewersdorff geht ganz auf in seiner Welt aus Zahlen, Wahrscheinlichkeiten und Spielefeatures, ohne dabei Spieler und Aufsteller aus dem Auge zu verlieren. Trenz sagt von ihm, daß er einer der ganz wenigen in der Branche sei - man könne sie an einer Hand abzählen -, die in der Lage seien, ein wirklich gutes Gerät zu entwickeln. Angelehnt an die OpelWerbung würde er wohl sagen: Der hat's verstanden. Und was geht besser zusammen als ein guter Entwickler, ein guter Promoter und ein Spitzen-Team.Das MegaTeam hat es geschafft, in zehn Jahren rund 70 000 Geräte an den Markt und damit an den Mann zu bringen. Und seit 1991, also drei Jahre nach dem Start, hat das Unternehmen von Quartal zu Quartal zugelegt. Was man bei Mega als wirklichen Anreiz und Ansporn empfindet, das ist der ständige und sehr offene Gedanken-, Ideen- und Erfahrungsaustausch mit den Kollegen in der Espelkamper Gauselmann Ideenschmiede. „Wir empfinden das als einen offenen Wettbewerb der Kreativität", sagt Trenz, und der redet das nicht einfach so daher. Der „SUNNY"-Boy aus dem Westerwald hat es nämlich gerne, wenn Ideen aufeinanderprallen. Und dieses Ringen um Ideen bringt dann Spielsysteme wie das des Sunny hervor, das unbestritten in der Branche eines der wirklich Guten ist. Der Mega kann man gratulieren zu all ihren Mitarbeitern in einem gut funktionierenden Unternehmen - wobei Unternehmen aus Menschen bestehen und nicht aus
Mauern. Sicher ist, daß von der Mega aus Limburg noch viele Impulse aus gehen werden.


 

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Zwei Jahre Mega-Spielgeräte im Zeichen des strahlenden Kometen.

Mit neuen Konzepten - bei Spiel, Technik und Marketing - startete vor zwei Jahren die Limburger Firma Mega-Spielgeräte. Grund genug für eine erste Bilanz. (ein Bericht aus 1990). Den ersten Schritt in die breite Öf­fentlichkeit wagte das Mega-Team auf der IMA 1989. Selbstverständlich war auch der Automaten Markt direkt am Ball und konnte bereits in seiner Messe­ausgabe über Hintergründe informie­ren.

Schon im Herbst zuvor war die Ent­wicklung bei Mega angelaufen. Ange­knüpft wurde damit an die Tradition spielfreudiger Unterhaltungsautoma­ten aus Limburg. 13 Personen zählte das Mega-Team damals, allesamt erfah­rene Fachleute, darunter Ingenieure, Techniker, Mathematiker und Graphi­ker.

Das bei der Mega-Gründung ge­steckte Ziel, erfolgreiche Unterhal­tungsgeräte mit und ohne Gewinn­möglichkeit zu entwickeln, ist bereits erreicht. Zahlreiche Projekte, angefan­gen von Vorstudien bis hin zu Testauf­stellungen, sind ständig in Bearbeitung. Die Ergebnisse beweisen, daß die Mühe lohnt. Besonders zufrieden ist man vor allem mit dem Mega-As, der sich inzwischen zum wahren Langläu­fer gemausert hat.Gerade in der Gastronomie ist ein echter Bedarf an einfachen und unkom­plizierten Spielen vorhanden. Direktse­rien und Kartenfächer-Jackpot, charak­teristische Kennzeichen der As-Geräte­linie, sind eben selbst noch von derThe­ke aus zu überblicken. Das sprichwört­liche „Kleingedruckte" am Gerät muß dazu nicht gelesen werden. Voll entfaltet ist die Spielidee des Kar­ten-Jackpots beim Punktegerät Mega­Cards und - brandneu - beim Mega-21. Ohne von gesetzlichen Bestimmungen eingezwängt zu sein, präsentiert sich dem Spieler ein Feuerwerk von aufre­genden Features, einschließlich der be­liebten Multi-Spiele. Gefragt ist nicht nur Glück, sondern auch ein wohldo­siertes Maß von strategischem Ge­schick. Da bleibt die Langeweile, auch ohne Geldgewinn, ohne jede Chancen.

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Bewährte Technik in Lizenz

Die Entscheidung, bei Mega die bewährte Merkur-Technik des Marktführers in Lizenz zu verwenden, hat sid rückblickend nicht nur als richtig, sondern sogar als wegweisend bestätigt. Ob für den Techniker oder den Kassierer, alles ist sofort vertraut - in vielen Bereichen wie Tasten-Handling oder Sound gilt das sogar beim Spielen.

Den Service der zumeist standardisierten Baugruppen besorgt ebenfalls Merkur. Dazu Mega-Geschäftsführa Joachim Trenz:

„Ohne diese Kooperation wären wir als kleine Firma beispielsweise vos Fall der Mauer total überrollt worden Nun läuft der Mega-As sogar im sächsischen Altenburg, dem Zentrum da Skat-Tradition."

Die Gefahr, daß die eigenen Gera mit Geräten gleicher Technik verwechselt werden könnten, sieht man im Limburg nicht. Schließlich steht die Spielidee immer im Mittelpunkt eines Unterhaltungsautomaten. Und in dieser Hinsicht beschreitet eben jeder Hersteller, so auch die Mega, ihre eigenen Wege. Schließlich ist die Vielfalt im Spiel -anders als bei der Technik­ – zum Vorteil aller.

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Der Komet: das außergewöhnliche Gewinnsymbol

Als Firmenlogo fungiert bei Mega ein Komet. Gerade auch als Glück verheißendes Gewinnsymbol hat er sich bereits bestens etabliert.

Aber galten Kometen in früheren Zeiten, von Ausnahmen wie die der Weihnachtsgeschichte einmal abgese­hen, nicht als Boten drohenden Un­heils? Selbst zu Beginn unseres Jahr­hunderts löste der Vorbeiflug des Hal­leyschen Kometen noch eine Welle der Panik aus. Ein Komet als Gewinnsym­bol?

Ja, denn schließlich reicht die Kultur­geschichte des Kometen bis in unsere Tage: Dank wissenschaftlicher For­schung hat sich das Image von Kome­ten inzwischen völlig versachlicht und damit stark verändert. Selbst weniger eindrucksvolle Kometen lösen heute gigantische Medienspektakel aus, von Panik aber keine Spur!

Kometen gelten in unserer Zeit als das,was sie sind: seltene, aberdafürum so spektakulärere Himmelserscheinun­gen.,Der positiven Wirkung des im leuchtenden Gelb, der Farbe des Lichts, gehaltenen Gewinnsymbols steht da­mit nichts im Wege. Zudem erstrahlt im Kometen, nicht zuletzt aufgrund der ihm eigenen Dy­namik, immer auch das Außergewöhn­liche. Daß er, der Komet, die höchsten Serien ankündigt - ein volles Bild mit fünf Kometen ergibt zumeist 100 Son­derspiele - bedarf keiner Erklärung. Wie anders kann aber die natürliche Be­deutung eines Gewinnsymbols treffen­der bestätigt werden?

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Kometen überall! Ein stärkerer Kontrast zu modernen Unterhaltungsgeräten ist kaum denkbar: Mega-Game (links), derKupfer­stich„Melancholie"von Albrecht Dürer (Mitte) und Mega-21 (rechts)

 


Ein Bericht aus 1989:

Joachim Trenz (Mega): Gute Ideen können den Markt schnell verändern

Auf der diesjährigen IMA wird sich ein neuer Spielgeräteher­steller der Öffentlichkeit präsen­tieren: Mega. Der Automaten Markt befragte den Mega-Ge­schäftsführer Joachim Trenz über seine Vorstellungen und Ziele.

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Automaten Markt: Herr Trenz, ein Blick zurück ohne Zorn und Wehmut: Als ehemaliger Prokurist der Firma Elec­tron Garnes sind Sie ein Opfer des Fir­menzusammenbruchs. Mußte es dazu kommen?

Joachim Trenz: Electron Garnes hat nach Aufnahme der Produktion 1983/84 einiges an neuen Spielfeatures und neuer Technik auf den Markt ge­bracht. Ich glaube, es hat nicht viel ge­fehlt, um sich am Markt letztendlich zu etablieren. Zum Zusammenbruch führ­te die Kombination zweier Faktoren: Einerseits waren horrende Kosten für den Aufbau einer modernen Produk­tionsstätte sowie dem dazugehörigen Service- und Vertriebsnetz angefallen. Andererseits sorgte die politische Stim­mungsmache gegen die Automaten­branche für einen Absatzrückgang.

Automaten Markt: Herr Trenz, Sie wis­sen jetzt genau, was den Erfolg behin­dert oder sogar verhindert. Trotzdem machen Sie weiter?

Joachim Trenz: Gerade die oben er­wähnten Erfahrungen haben dazu ge­führt, ein neues Konzept aufzustellen. Dazu habe ich mit der ehemaligen Ent­wicklungsmannschaft von Electron Garnes zusammen ein Kreativ-Team gegründet. Wir werden Geldspielgerä­te von der Idee über die grafische Ge­staltung, die mathematischen Berech­nungen und die technische Entwick­lung bis hin zur Zulassung und die Pro­duktion einerTestserie in eigenerRegie durchführen.

Automaten Markt: Und dann?

Joachim Trenz: Gebaut werden die Ge­räte von der Firma adp in Lübbecke, die auch den Service übernimmt. Dies hat den Vorteil, daß der Automatenkauf­mann mit keiner neuen Technik kon­frontiert wird.Vielmehr können unsere Kunden, wie auch wir, von der hochent­wickelten Technik des Marktführers profitieren.

Automaten Markt: Das ist einleuchtend. Gehen wir einen Schritt weiter: Wer übernimmt den Vertrieb der Geräte?

Joachim Trenz: Den Vertrieb wickele ich für unsere Firma über den deut­schen Großhandel ab. Hier kann ich auf gute bestehende Kontakte aus meiner früheren Tätigkeit aufbauen.

Automaten Markt: Nun lassen sich mo­mentan weniger Geräte absetzen als noch vor einem Jahr. Welches Argu­ment soll den Großhandel dazu brin­gen, gerade die Geräte von Mega zum jetzigen Zeitpunkt in den Vertrieb zu nehmen?

Joachim Trenz: Er wird ja in Zukunft nicht nur die Geräte von Mega vertrei­ben, das wäre zu schön. Der Großhan­del vertreibt vorwiegend die Geräte, die am besten laufen. Wir sind so über­zeugt von der Qualität unserer Spiel­ideen, daß wir uns hier gute Chancen ausrechnen.

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Automaten Markt: Logisch. Andere Fra­ge: Wann werden die Geräte auf den Markt kommen?

Joachim Trenz: Bei uns ging das alles recht zügig voran. Wir haben uns be­reits im Sommer schnell zusammenge­funden und vor Wochen das erste Gerät in Berlin zur Zulassung eingereicht. Zur IMA wollen wir lieferbereit sein.

Automaten Markt: Haben Sie die Gerä­te beziehungsweise das Spielkonzept den Großhändlern schon vorgestellt?

Joachim Trenz: Ich möchte die Span­nung nicht vorwegnehmen. Warten wir auf die IMA.

Automaten Markt: Wie wird das Gerät heißen?

Joachim Trenz: High Score. Es arbeitet mit einem neuartigen Jackpotsystem, durch das zahlreiche Ausspielungen ausgelöst werden. Mehr möchte ich im Moment noch nicht verraten.

Automaten Markt: Herr Trenz, Sie sind nun der Gründer der Firma Mega. Wie viele Mitarbeiter haben Sie?

Joachim Trenz: Wir sind zur Zeit 14 Per­sonen.

Automaten Markt: Herr Trenz, Sie las­sen jetzt den High Score herstellen und vertreiben ihn. Dabei wird es doch aber nicht bleiben, oder?

JoachimTrenz: Nein, selbstverständlich sind wir von der Entwicklung her schon eine ganze Ecke weiter. Wir werden auch nicht nur Geldspielgeräte mit Gewinnmöglichkeit entwickeln, sondern auch Unterhaltungsgeräte ohne Ge­winnmöglichkeit bringen, um uns hier auf dem Markt ein zweites Standbein zu schaffen.

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Automaten Markt: Werden Sie auch an­dere Geräte in den Vertrieb überneh­men?

Joachim Trenz: Das haben wir im Mo­ment noch nicht vor. Wirwollen uns na­türlich erst einmal mit unseren Geld­und Unterhaltungsspielspielgeräten ei­nen gewissen Marktanteil sichern. Da­nach sehen wir weiter. Die Ideen dazu sind grundsätzlich da. Man muß in die­ser Hinsicht die Augen immer offenhal­ten.

Automaten Markt: Herr Trenz, Sie sind zuversichtlich, daß sich die Branche weiterhin positiv entwickelt. Sie wür­den sonst kaum mit einer neuen Firma an den Markt gehen ...

Joachim Trenz: Ganz sicher hat diese Überlegung bei der Gründung der Fir­ma Mega mit eine Rolle gespielt. Ich glaube nicht, daß sich der Gesetzgeber den überzeugenden Argumenten der Automatenbranche und ihrer Verbän­de auf Dauer entziehen kann. Dazu hängen zu viele Arbeitsplätze an dieser Branche. Letztendlich sollte der Ge­setzgeber berücksichtigen, daß bei der Belastung der Automatenaufsteller nun eine Schmerzgrenze erreicht ist.

 


 

Ein Bericht aus 1992:

Münzautomat 11-92

MEGA im Mega-Trend

High-Tech-Spiele aus dem Westerwald

Die Mega-Spieleerfinder aus Lim­burg haben gut Lachen. Diesmal ist der Durchbruch gelungen. Die Geld­spiel- und Unterhaltungsgeräte aus der vergleichsweise kleinen Soft­ware-Entwicklung am Rand des We­sterwaldes haben sich am Markt einen Namen gemacht. Grund genug für den Münzautomat mal hinter die Kulissen dieses interessanten Unter­nehmens zu schauen.

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Foto von rechts nach links. Das Mega­ Führungsteam: Joachim Trenz, der Vertriebs­mann und kaufmännischer Chef im Team.
Dr. Jörg Bewersdorff, Mathematik und Spieleentwicklung. Dr. Helmut Sterl Hard­und Software und Musterbau.

 

Joachim Trenz (46), Dr. Jörg Be­wersdorff (34) und Dr. Helmut Sterl (37) sind die Erfolgsmacher - mit einer hochmotivierten Mannschaft, so wird betont. Das Dreier-Gespann redet selbst nicht gerne in Superlati­ven, scheut die typischen Schnapp­schüsse, die gerne von erfolgreichen Managern gemacht werden und gibt sich betont bescheiden. Trenz und Bewersdorff haben durch ihre Er­fahrungen bei Goswin Reichert er­lebt, wie nah Erfolg und Mißerfolg beieinander liegen. Man ist jedoch durchaus selbstbewußt, weiß, was man kann und hat hierfür auch Be­stätigung im Markt gefunden.

2_kleinDer Aufstieg des Mega-Teams be­gann, als Goswin Reichert die Her­steller-Flügel strecken mußte. Am fehlenden Vertriebsnetz, an den Ri­siken einer Eigenproduktion und an immer restriktiveren staatlichen Maßnahmen gegen die Branche war der erfahrene Automatenkaufmann mit eigener Aufstellung und eigener Spielstättenkette gescheitert.

Joachim Trenz und das Entwick­lungsteam saßen damals förmlich auf der Straße. So ganz über Nacht hatte sie die Konkursnachricht je­doch nicht getroffen. Trenz war die rechte Hand von Reichert und sah das Unternehmensschiff schon län­gere Zeit in Schieflage. Als die Fak­ten nun so waren wie sie waren, da setzte sich die Führungsmannschaft zusammen und schmiedete Zu­kunftspläne. Sollte man das ganze erworbene Know-how einfach so im Sande verlaufen lassen?

„Wir wußten damals, daß wir kurz vor dem Durchbruch standen", sagt Geschäftsführer Joachim Trenz heu­te und fährt fort: „Unsere Entwick­lungen kamen zunehmend gut an und mit einem starken Vertrieb wären wir damals sicher auf der Ge­winnerseite gewesen. Dann hätten uns alle bestaunt." Mit diesem Wis­sen versuchten die „Reichert-Reste" das beste aus der Situation zu ma­chen. Sie warfen all ihre Erfahrun­gen zusammen und gründeten im Juli 1988 die Mega.

Klar war dem Team jedoch, daß sie alleine keine Chance am Markt ha­ben würden. Also sahen sie sich für die Produktionsseite nach einem starken Partner um. Das Konzept war und ist eigentlich ganz einfach, so Bewersdorff: „Wir erfinden, las­sen diese Erfindungen produzieren und auch in den Vertrieb des Produ­zenten fließen. Darüber hinaus wird eine zweite Vertriebsschiene zu al­len anderen Händlern von Limburg aus aufgebaut." Ein übrigens gar nicht so seltenes Modell, schließlich läßt Mercedes einen Teil seiner S­Klasse bei Porsche bauen, VW läßt sein Cabrio bei Karman herstellen und viele bekannte Produktdesigner geben ihre Ideen zur Umsetzung an renommierte Fabrikanten. Bei Me­ga fiel die Wahl auf die Unterneh­mensgruppe Gauselmann.

Mit einem „starken Verwandten" an der Seite starteten die Newcomer, die eigentlich schon lange Vollprofis waren, dann den Sprung in die Selbständigkeit. Ein gutes halbes Jahr Arbeit, ein wenig Zittern und Bangen und dann die Erlösung. Schon wenige Stunden nach IMA­Beginn, man schrieb das Jahr 1989, hatte Trenz das Gefühl, daß es gut läuft. Der Highscore wurde aus dem Stand heraus gut verkauft und verpaßte dem jungen Unternehmen so die erste wohltuende Finanz­spritze.

Es folgte der Mega AS, der anfäng­lich nicht so erfolgreich war, letztlich mit der ganzen AS-Linie jedoch sehr erfolgreich wurde, weil das Spielsystem einfach zu verstehen war, kurzum, weil AS recht simpel und doch pfiffig war. Letztes Kind dieser Reihe ist der TURBO-AS, der derzeit sicher zu den nachge­fragten Zählwerkgeräten gehört.

Die Aufstellunternehmer waren von Anfang an auch mit der Technik der Mega-Produkte durchweg vertraut, weil sie von den Baugruppen her „alte Bekannte" waren. Dieser Ef­fekt war vom Mega-Team voraus­berechnet worden. Er war auch ein Grund, warum man sich als Produk­tionspartner Gauselmann ausge­sucht hatte. „Wenn der Marktführer die weitaus meisten Geräte am Markt hat, dann sollten wir ein Gerät mit dieser Technik bauen las­sen", so das Mega-Kalkül damals.

Sicher ist man in Limburg noch nicht zu den großen Drei der Gerä­teanbieter aufgerückt. Über etwaige Marktanteile kann man den Me­ga-Machern auch keine Aussage entlocken. Vielsagend zieht Trenz jedoch Listen mit langen Zahlen­kolonnen herbei und schmunzelt in sich hinein. „Wir sind zufrieden", sagen dann Sterl, Bewersdorff und Trenz wie aus einem Munde.

 

Foto rechts: Am Anfang stand der Highscore. Noch im gleichen Jahr folgte der MEGA-AS, zu dem sich bald viele Brüder in der AS-Reihe gesell­ten. Aus der AS-Idee wurden auch erfolgrei­che Punktespieler geboren. Bei den Zählwerkgeräten läutete der Bistro die neue Mega-Zeit ein. Er stürmte bei vielen Spielestatistiken gleich auf die ersten Plätze. Neuester Geldspieler aus Limburg in dieser Reihe ist der TURBO-AS. Mit dem Kartenwen­dergerät MEGA-MAX bietet das Unternehmen ein strategisches Punktespiel auf Würfel­basis.


Von der Zusammenarbeit mit Gauselmann profitieren beide Unternehmen. Streng getrennt wird jedoch entwickelt. Bevor ein Gerät von der PTB die Zustimmung hat, gehen nur die wichtigsten Daten für die Fertigungsraster nach Espelkamp. Die ersten 20 Geräte für Test-Praxisläufe werden sogar in Limburg auf einem Mini-Fließband gefertigt. „Bei uns muß jeder, selbst die Chefs, rundum mit anpacken", sagt Dr. Helmut Sterl, der für die Umsetzung der Spielideen in den Musterbau zuständig ist. Er muß prüfen, ob dies oder jenes überhaupt technisch geht, was als neues Feature gedacht ist. Bei ihm ist alles geheime Verschlußsache. In den Büros seiner Mitarbeiter liegt nicht ein Zettel, der auf eine Neuentwicklung hindeuten könnte - klinisch sauber, könnte man fast sagen. Sterl selbst kommt aus Chemnitz. Dort hatte er schon zu DDR-Zeiten Spielideen in Hard- und Software umgesetzt.
TV-Geräte gab es sehr wohl in der Ex-DDR und deren Spielinhalte wurden nicht aus Japan importiert, sondern in Chemnitz entwickelt. Eine sehr gute Schule für die heutige Aufgabe bei der Mega. Von den 20 Mitarbeitern der Mega arbeiten übrigens 15 in der Entwicklung.

Die Mega-Entwickler haben von Anfang an Wert darauf gelegt, daß ihre Geräte in eine Marktlücke passen. Aus diesem Grund haben sie ihre Spielsysteme so angelegt, daß auch der Gelegenheits-Spielgast sei
ne Freude daran hat und der geübte Gast sich trotzdem nicht unterfordert fühlt. Gleiches gilt für die Entwicklung der Punktespiele, die von der AS-Linie her entwickelt wurden.

Bei den neuen Zählwerkgeräten hat Mega eine eigene Philosophie: Ziel ist dabei, möglichst wenig überflüssigen und damit umsatzsteuerpflichtigen Umsatz zwischen Gewinn- und Einsatzspeicher entstehen zu lassen.

So werden beim neuen TURBO-AS Freispiele direkt mit Sonderspielen gekoppelt. Dadurch werden die Geräte nicht nur einfacher, sie zeigen dem Spielgast auch deutlich, daß nicht versucht wird, mit künstlichen Features das Spiel aufzublasen.

Ein Stück Einfachheit ist für Trenz auch ein Stück Ehrlichkeit mehr. Der Spielgast honoriert es seiner Meinung nach, wenn er das Gefühl hat, auch den Durchblick zu haben.

Die derzeitige Situation ist jedoch trotz der guten Akzeptanz der Mega-Geräte am Markt auch für das junge Team in Limburg nicht ohne Gefahren. Wenn der Markt stagniert, können Unternehmen mit Polster länger durchhalten. Zeit zum Polster bilden hatte die Mega noch kaum. Trotzdem gibt man sich sehr zuversichtlich. Durch die Produktionsverlagerung zu Gauselmann kann gezielt geordert werden. Keine Personallast drückt auf die Schultern der Mega-Inhaber. „Unser kleines Team ist flexibel und wird jeden Sturm überstehen", gibt sich Dr. Jörg Bewersdorff sehr zuversichtlich.
In Limburg hofft man natürlich auch auf eine Anpassung des Spielpreises an die gestiegenen Unternehmenskosten.

Man versucht jedoch, die Situation auch so in den Griff zu bekommen, weil sonst die Enttäuschung groß sein könnte. Trenz zeigt sich jedoch zuversichtlich, daß die Spielpreisanhebung kommt, weil sonst weite Teile der Automatenwirtschaft keine Zukunft haben würden und dies kann seiner Meinung nach die Politik, gerade in der derzeitigen Situation, nicht wollen.

Bleibt zu hoffen, daß die Mega Mannschaft ihren Optimismus und ihren Mut nicht verliert. Einige Hersteller und Importeure mußten in den letzten Jahren aufgeben, obwohl rundum in den Medien immer noch von einer Goldgräberbrauche die Rede war. Die Mega-Macher sind mega-gut, würde man heute vielleicht landläufig sagen. Der journalistische Betrachter muß nüchterner bleiben und feststellen, daß die MegaMannschaft die Münzspielbranche ganz sicher um eine bunte und ideenreiche Variante bereichert hat. Wenn der Erfolg den Limburgern treu bleibt, wofür sie alles tun wollen, dann ist aus der Domstadt an der Lahn bestimmt noch viel über neue Spielideen zu hören und zu lesen.

 

 


Ein Bericht von 1994:

Mega-Zahlen nach 6 Jahren

1988 wurde das Limburger Spielemacherunternehmen Mega gegrün­det. Das liegt sechs Jahre zurück. Doch kann keinesfalls von einem verflixten siebenten Jahr die Rede sein

Ganz schön weit gebracht haben es die Limburger. Nach dem Reichert-Konkurs hatten sich vor sechs Jahren einige ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens zu­sammengetan. Weitermachen, lautete ihre Devise. Jetzt erst recht!

Auf 250 angemieteten Quadratme­tern wurde der neue Start vollzogen. „Da mußten wir ziemlich eng zusam­menrücken", schildert Mega-Ge­schäftsführer Joachim Trenz die da­malige Situation. „Schon bald mußten wir einen Teil des Unternehmens aus­quartieren."

Inzwischen residiert die Firma in ei­nem Neubau auf eigenem Grund und Boden. Der konnte wenige Meter vom ersten Domizil in derselben Straße im Gewerbegebiet am nördlichen Stadt­rand erworben werden. Die Adresse hat sich lediglich um eine Hausnum­mer verändert.

487 Quadratmeter Bürofläche ste­hen zur Verfügung. Plus 250 Quadrat­meter Lager.

Mega ist Spezialist für Spielentwick­lung. Die Prototypen der Geräte entstehen in Handwerksarbeit im eigenen Haus. Die Herstellung in Mengen wird vom adp-Werk in Lübbecke ausgeführt.

„Im Gegenzug steht uns das bundes­weite Vertriebsnetz des Gauselmann Großhandels zur Verfügung", hebt Trenz hervor. „Das ist, abgesehen von der kostengünstigeren Produktion, ein großer Vorzug. Reichert ist be­kanntlich zur Hauptsache daran ge­scheitert, daß keine lückenlose Ver­triebsschiene vorhanden war."

In den ersten fünf Jahren wurden 26 Geldspielgeräte, zehn Punktespieler, ein Warenspielgerät und ein Table auf den Markt gebracht. Letzteres, Sixty Three (dreimal 17 + 4 = dreimal 21), ist in Deutschland ein durchschlagen­der Erfolg. Im Ausland hat es noch nicht in gleichem Umfang Fuß gefaßt. Weil die deutsche Version des Karten­spiels 17 + 4 außerhalb der Landes­grenzen weitgehend unbekannt ist. Darum erscheint fürs Ausland das Ge­rät jetzt unter neuem Namen: Triple Jack.

Mega mit dem großen Namen (Mega = das Millionenfache einer Einheit) ist unter den Spielgeräteherstellern einer der kleinsten. In Relation zum Aus­stoß aber der erfolgreichste. Die Auszeichnungen für IMA-Hits, vom Deutschen Automaten-Großhandel (DAGV) durchgeführt, als Maßstab genommen. Von bisher drei möglichen Goldoscars gingen allein zwei an Me­ga. 1994 wurde Sixty Three als bestes Unterhaltungsgerät mit Gold ausge­zeichnet. Im Jahr zuvor war das Geld­spielgerät Turbo As mit Goldsegen be­dacht worden.

„Turbo As war unser bisher erfolg­reichstes Gerät", sagt Trenz dazu. „In der Branche fast schon Legende."

Die Auslieferungen an den Großhan­del erfolgen von Limburg aus. In ei­nem Hochlager ist Platz für 2 000 Geräte. Doch meistens fließen die Geräte genauso wieder ab, wie sie aus Lübbecke angeliefert werden. Ein rei­nes Durchgangslager.

Trenz: „Wir sind noch nie bis zur Decke hin voll gewesen. Und so soll es auch bleiben."

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MEGA Spielgeräte

Im Dachsstück 15
65549 Limburg