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Hellomat - Die Hellomat Produktionsstätte

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Hellomat
- Hellomat und Busch
Die Hellomat Produktionsstätte
Konkurs 1989
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Die Hellomat-Produktionsstätte

Seit nunmehr fünf Jahren residiert Hellomat weg von der Alltags-Hektik im idyllischen Mecherniclr-Obergartzem - nur ein Katzensprung von den Ballungszentren entfernt. Der Baustil des Industrie-Komplex gliedert sich in die Umgebung ein

 

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David gegen Goliath: Die Variante unserer Branche heißt „Hellomat"

Welche Chancen hat ein mittel­ständisches Unternehmen in der Automatenbranche? So viele, wie es unternehmerischer Spür­sin schafft, eigene Nischen im Markt aufzutun.

Bereits im Jahre 1955 wurden in Hel­lenthal/Eifel die ersten Geldspielgerä­te hergestellt. Über 20 Jahre setzte das unter Vellomat, Neomat und später Hellomat bekannte Unternehmen sei­ne gesamte Produktion über den freien Großhandel ohne Probleme ab. Aber der Markt wurde enger, immer mehr Anbieter teilten sich den Markt.

Rüdiger Deutsch, der das Unterneh­men ab 1973 als geschäftsführender Gesellschafter übernahm, konnte noch gerade eben den Segen eines Ver­käufermarktes erleben. Er startete mitden Erfolgsgeräten Hellomat 2000 und 2030, die insgesamt die stolze Zahl von fast 10.000 produzierten Geräten er­reichten. Heute ohne eigene Vertriebs­organisation eine undenkbare Zahl.

Nie in der langjährigen Firmenge­schichte veränderte sich das Unterneh­men so stark wie in den letzten fünf Jahren. Hellomat verwendete als zwei­tes Unternehmen der Branche die Mi­kroprozessortechnik in seinen Geld­spielgeräten. Die neue Technik und die um TV-Geräte erweiterte Produktion forderten eine wirtschaftlichere Ferti­gung. 1983 wurde die über 5000 Qua­dratmeter große Produktionsstätte in Mechernich bei Köln, direkt an der Au­tobahn 1, in Betrieb genommen.

Das bis dato gut florierende Unter­nehmen begann ausgerechnet in der Zeit des Produktionswandels zu stag­nieren. Denn der bewährte Absatzweg über den immer mehr hersteller bundenen Großhandel wandelte s' in kürzester Zeit zum Käufermarkt. Jeder Hersteller sah sich gezwungen, die eigenen Produkte stärker zu forcieren. Dieses Defizit glich Hellomat durch die Gründung eigener Niederlassung aus. 1982 startete das Unternehmen in Gelsenkirchen, im gleichen Jahr kamen die A bis Z-Niederlassungen in Hamburg, Berlin und München dazu. Die jüngsten Kinder sind Köln- Bonn, Würzburg, Bielefeld und Frankfurt. Insgesamt acht Niederlassungen vertreiben heute über 70 % der gesamt Produktion.

Immer schnellere Modellwechsel in der Geldspielgerätefertigung und eine verstärkte Diversifikation in anders Produktionsbereiche belasteten die Entwicklungsabteilung, unter Leitung von Jürgen Horst, bis an den Rand ihrer Möglichkeiten aus. Jürgen Horst: „Ei­ne Schnelligkeit wie im Showgeschäft da bleibt kaum Zeit zum Luftholen."

Die notwendige Konsequenz blieb nicht aus. Die innerhalb der letzten zwei Jahre nunmehr verdoppelte Entwicklungsabteilung beginnt Früchte zu tragen. „Nach all den Strapazen, Erfolgen, Mißerfolgen und hohen Inve­stitionen der letzten Jahre sind heute alle Möglichkeiten gegeben, durch ei­ne gezielte Marktnischenpolitik den Erfolg des Unternehmens zu sichern". So Rüdiger Deutsch.

Auch Großprojekte, wie z. B. der auf der IMA '88 gezeigte Prototyp des Wechselgeld-Tresors, schrecken die Hellomat-Leute nicht. Deutsch: „Vor dem Einstieg in neue Projekte und auch während der Testphase setzen wir auf das Gespräch und die Zusammen­arbeit mit den Anwendern. Das inten­sive Zuhören und Eingehen auf die Probleme unserer Kunden, meint Hel­lornat, sei auch in der Automatenbran­che der einzig richtige Weg."

Besonders zum Thema Sicherheit  bot Hellomat seit der IMA '87 marktge­rechte Lösungen. Mit einem neuen Automaten - Tresorständerprogramm (traf man in eine Marktlücke, welche die Bedürfnisse der Aufsteller nach zeitge­mäßer Produktgestaltung auf den Punkt brachte. Die permanent steigen­de Nachfrage rechtfertigte auch die Auslagerung der Produktion in ein Zweigwerk bei Euskirchen.

Mit dem auf der IMA '88 präsentier­ten Wechselgeldtresor, so Rüdiger Deutsch, möchte man eine funktions­tüchtige und praxisgerechte Lösung zum Thema Sicherheit in Spielstätten anbieten: „Hier lassen wir uns auch nicht drängeln, erst wenn die Testphase mit allen Erkenntnissen und den dar­aus resultierenden Modifikationen ab­geschlossen ist, starten wir die Produk­tion."

Auch zum Thema Baggi, der im Herbst 86 für Furore sorgte und eine ganze Branche in Bewegung brachte, ist noch nicht das letzte Wort gespro­chen, versichert Rüdiger Deutsch: „Wir bleiben am Ball!"

Im Bereich der TV-Geräte stehen die Modifikationen des über 25.000 mal verkauften Kompaktgerätes Superstar und die Erstellung des auf gleicher Technik basierenden Jumbostars zur Zeit auf dem Entwicklungsplan. Die Markteinführung steht im Sommer an.

Die auf einer als überaus zuverlässig anerkannten Technik basierenden Geldspielgeräte sind ebenfalls auf Er­folgskurs. Die verstärkte Entwick­lungsabteilung mit dem Motor Rüdi­ger Deutsch im Rücken landete beson­ders mit dem etwas anderen Geldspiel­gerät „Mister Truck" gezielt in einer Marktnische. Besonders in der Spiel­stätte setzte sich dieses Gerät mit Spiel­features wie der 3-DM-Risiko-Action­ausspielung sowie der Vorgabe von Se­riengewinnen in einem Rhythmus-Ta­bleau durch. Erhebliche Nachkäufe bestätigen, daß sich das Entwicklungs­risiko des etwas anderen Geldspielge­rätes gelohnt hat.

Im Bereich Unterhaltungsgeräte (Punkte-Spielgeräte) sieht Hellomat einen lohnenden zukünftigen Markt. Erste Prototypen kämpfen seit Anfang des Jahres um die Gunst der Spieler. Mitte bis Ende des Jahres steht nach er­folgreich abgeschlossenem Test die Auslieferung an.

Die heutige und auch zukünftige Marschrichtung der Hellomat-Gruppe ist im Unternehmensleitbild wie folgt festgeschrieben: Hellomat bietet wirt­schaftliche, technologisch fortgeschrit­tene und sichere Problemlösungen in optimaler Qualität. In bezug auf Wett­bewerbsprodukte sieht Hellomat seine Chance im Auffinden lohnender Ni­schen im Markt, in denen man besser ist als jeder andere. Rüdiger Deutsch ist sich im klaren darüber, daß Firmen, die dem Kunden durch Nischestrategien entgegenkommen, im Idealfall fünf Eigenschaften besitzen müssen:

- scharfsinnige technologische Fähig­keiten

- geschickte Preisbildung - bessere Segmentierung

- überlegene Problemlösungsfertig­keit und

- Willigkeit, Geld für die Erzielung einer eindrucksvollen Unterschied­lichkeit des Produktes auszugeben.

In der Praxis sieht die Umsetzung leider nicht so einfach aus, denn Best­seller-Produkte zeigen sich meist erst nach der Markteinführung. Bekannt­lich aber muß in einem Unternehmen der Erfolg vorhergesagt werden.

Die wichtigsten Konsequenzen, die Rüdiger Deutsch zur Erfolgssicherung seines mittelständischen Unterneh­mens zieht, sind die folgenden:

- Prüfung und Bewertung des neu ein¬zuführenden Produktes in so vielseitiger Hinsicht wie möglich, so daß die voraussichtliche Produktakzeptanz optimal eingeschätzt werden kann.

- Präzise Festsstellung, in welcher Hinsicht sich das eigene Produkt von den Wettbewerbsprodukten unter¬ scheidet.

- Einbehaltung der erkennbaren Unterschiede, wobei auch der Käufer unmißverständlich erkennen muß, in welcher Hinsicht das eigene Produkt besser ist.

- Die richtigen - für alle Seiten lohnenden - Marktsegmente müssen erreicht werden, und die Produktinformation muß in mehrfacher Hinsicht bzw. in verschiedenen Schritten überzeugend wirken.

Auf einen einfachen, aber wirksa­men Nenner gebracht: Das Geschäft steckt im Detail. Erfolg darf kein Zufall sein. Nur die ständige Suche nach ei­nem noch so versteckten Bedürfnis der Spieler und Aufsteller garantiert auf Dauer den Erfolg eines Unternehmens in der Automatenbranche. Ein mittel­ständisches Unternehmen wie Hello­mat besitzt mit seiner Marktnähe, lang­jährigem Know-how, modernen Pro­duktionsstätten und einer schlagkräfti­gen Verkaufs- und Servicemannschaft die besten Voraussetzungen, sich mit einer gezielten Marktnischenpolitik im Wettbewerbskarussell zu behaupten.