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Münzprüfer Fachwissen Teil 6

Der Vorzug des mikropro­zessor-gesteuerten Münz­prüfers G-18 liegt in der Möglichkeit, daß man das Gerät selbst auf eine andere Münzannahme einstellen kann. Eine Umstellung auf andere Münzen kann ohne Ein­griff in den Münzprüfer durchgeführt werden. Man spart dadurch teure Umbausätze und aufwendige Umbau­maßnahmen.

Münzprüfer, die heute zum Bei­spiel für deutsche Münzen eingestellt sind, können mor­gen französische Münzen oder ande­re Währungen nach Wahl annehmen. Ebenso kann der Münzprüfer metalli­sche Wertmarken verarbeiten.

So wie der Münzprüfer mühelos eine bestimmte Münzsorte annimmt, so kann er auch Falschgeld und Fremdmünzen sicher abweisen.

Dies hat den entscheidenden Vor­teil, daß man schnell auf neu auftre­tendes Falschgeld reagieren kann.

 

Außerdem besteht die Möglich­keit, für kritische Münzen zwei Prüf­kanäle mit 'normaler' und 'enger' Bandbreite vorzusehen. So kann man lediglich durch Umschalten eines DIL-Schalters zum Beispiel die 'enge' Bandbreite wählen und erreicht da­durch eine noch größere Falschgeld­ausscheidung.

Die technischen Details: Annahme - 6 verschiedene Münzen, Durchmes­ser - 15 bis 33 mm, Dicke - 1,5 bis 3,3 mm, Münzsperrung - für eine ge­meinsame Sperrleitung für alle Mün­zen ist grundsätzlich vorhanden. Eine Sperrung einzelner Münzen er­folgt über DIL-Schalter am G-18 oder vom Automaten über separate Sperr­leitungen.

Jede als echt erkannte Münze lie­fert ein Signal auf der ihr zugeordne­ten Anschlußleitung. Dieses Signal wird zum Beispiel beim Impulsgeber intern zur Kreditverarbeitung ge­nutzt.

Meßprinzip

Vier nacheinander angeordnete in­duktive Meßsonden erfassen die Meßwerte der Münze. Durch eine be­sondere Anordnung der Sensoren werden Material, Dicke, Durchmes­ser sowie Prägetiefe der Münze ge­messen.

Diese Parameter gehen in die Sen­soren unterschiedlich stark ein, so daß durch die Kombination der vier Sensoren eine sehr gute Selektierung erreicht wird.

Die durchlaufende Münze akti­viert die Sensoren, wodurch unter­schiedliche Spannungs-Meßwerte er­zeugt werden. Diese Spannungen werden hinter den Meßverstärkern digitalisiert, um die Meßdaten im Mikroprozessor zu verarbeiten.

Programmieren

Hierfür ist ein handelsüblicher Computer ausreichend (HX oder PC), mit dessen Hilfe derMünzprüfer auf jede beliebige Münzannahme programmiert werden kann. Pro­grammieren heißt dabei lediglich 'Einwerfen der Münze', die angenom­men werden soll.

Beispiel: Um 1,-DM annehmen zu können, müssen mehrere 1-DM­Stücke eingeworfen werden. ' Da Münzen innerhalb einer Münz­sorte Toleranzen aufweisen, werden die minimalen und maximalen Münzwerte in einen Datenspeicher geschrieben. Das Schreiben und Spei­chern der Grenzwerte erfolgt automa­tisch durch den Münzeinwurf im Zu­sammenwirken mit der Software.

Das Einstellprogramm bietet fol­gende Funktionen:

Messen der eingeworfenen Mün­zen - Kanal

Justieren der Münzbänder - Justa­ge

Lernen durch Münzeinwurf - Ler­nen

Diagnose des Gerätezustandes - Diagnose

Durch das Anzeigen und Ausdruk­ken mittels des Computers erhält man eine Übersicht über die vorge­nommene Einstellung.

Hierbei bedeutet: K.3 - Kanal 3,

MNF - Materialmessung niedrige 'Frequenz,

GRO - Größenmessung obere Sonde,

GRU - Größenmes­sung untere Sonde,

MHF - Material­messung hohe Frequenz,

oG - obere Grenze,

Mw - Meßwert der zuletzt eingeworfenen Münze,

uG - untere Grenze.

 

So kann man mühelos erkennen, wo die eingeworfene Münze inner­halb des Annahmebandes liegt. Das ist besonders wichtig, wenn es um optimale Falschgeldausschei­dung geht. Falsifikate und Fremd­münzen können leicht und schnell durch Verändern des Annahmeban­des ausgeschieden werden.

Technische Daten

Steckerbelegung siehe Anschluß­plan.

Sperren der Münzannahme -Pin 6: Eine externe Spannung steuert die Annahme der Münzen. Sperren: < 1,2 Volt, Annahme: > 3,5 Volt.

Sperren einzelner Münzen - Pin 1, 2,3,4,14,15: Eine externe Spannung steuert die Annahme der Münzen. Sperren: < 6,3 Volt, Annahme: > 1,8 Volt.

Münzrückgabesignal - Pin 5: Münzrückgabe: aktiv low < 0,8 Volt, Ausführung: offener Kollektor - NPN-Transistor.

Münzsignal - Pin 7,9,10,11,12,13: Münzsignal: aktiv low< 0,8 Volt, Aus­führung: offener Kollektor

- NPN­ Transistor, 1 max. 50 mA, Impulszeit: 100 msec +/-10 %, typisch: 100 msec.

Versorgungsspannung 24 Volt DC - Pin 8,16: Toleranz: +/-10 %.

Stromaufnahme: Bei Münzannah­me: ca. 350 mA für G-18 ohne Sortie­rung, bei Münzannahme: ca. 600 mA für G-18 mit Sortierung, Ruhestrom: ca. 70 mA.

Abbildungen

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Aus dem Automatenmarkt 1991