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Aus und vorbei / Was kam danach?...

Das Ende der Exquisit-Baureihe. Nach der Royal Super gab es nie wieder einen Geldspieler, welcher in seinem Spielsystem neben der goldenen Sieben auch über die goldene Acht verfügte und auch die beliebte und für neugierige Blicke sorgende Direktauszahlung in den Großserien gehörte für immer der Vergangenheit an. Sicherlich lag es auch daran, dass eine Fortsetzung der Direktauszahlung bei den Nachfolge-Geräten in Hinblick auf die Schaltkreise unter Berücksichtigung der Münzpegelschalter zu kompliziert geworden wäre, da die neuen Geräte auf der mittleren Spielscheibe nicht nur über Goldfelder für 3-DM verfügten, sondern auch mit silbernen Feldern für 1-DM-Gewinne versehen waren.

 

Auf einer Internet-Seite für Automatensammler ist im Kommentar zum ersten Gerät nach der zweiten Hälfte der Exquisit-Baureihe (es war die Rotamint Goldene Sieben), dass NSM eine Antwort auf die neuen Merkur-Automaten aus dem Hause ADP benötigte. Diese Meinung ist durchaus vertretbar

Denn die Merkur-Geräte zeichneten sich von Anfang an dadurch aus, dass sie dem Spieler auch im Normalspiel die Chance auf einen 100er-Direktseriengewinn durch das volle Bild mit sechs Sonnen offerieren. Dass die Exquisit-Geräte solche 100er-Direktserien nicht hatten und weil es schwierig gewesen wäre, diese bei weiterentwickelten Exquisit-Geräten zusätzlich in das Spiel zu integrieren, wird wohl nicht zuletzt ein Punkt gewesen sein, warum das Spielsystem verändert werden musste.

Das Problem war allerdings, dass ADP mit seinen 3 Walzen je 24 Stellungen 13.824 (24³) mögliche Walzenstellungskombinationen hat, wodurch die 100er Serie rein rechnerisch im Durchschnitt auch nur jedes 13.824ste Spiel ausgelöst wird. Bei den Scheibengeräten von NSM jedoch wäre eine solche Serie im Schnitt alle 1.728 (12³) Spiele angefallen, weil die drei Spielscheiben lediglich über 12 Stellungen verfügen. Dadurch wäre die Auszahlquote deutlich zu hoch gewesen und das hätte das Gerät für Aufsteller indiskutabel gemacht. Eine Erhöhung der Anzahl der Scheibenstellungen wäre technisch sicherlich möglich, optisch aber wohl weniger machbar gewesen, denn die Beschriftung der Spielscheiben ist im Vergleich zu Geräten mit Walzen ohnehin schon recht klein. Noch mehr Gewinnbeträge und Symbole auf den Spielscheiben unterzubringen, hätte zwangsläufig zu einer nahezu unlesbaren Unübersichtlichkeit geführt. Dennoch war auch die neue Goldene Sieben unter Beibehaltung der drei mal zwölf Scheibenstellungen und Zuhilfenahme eines neuen Spielelements mit einer solchen 100er-Direktserie ausgestattet.

Diese Umstände führten dazu, dass zwar die außerordentlich zuverlässige technische Ausstattung der zweiten Hälfte der Exquisit-Generation bei den Nachfolge-Geräten bis zur Einführung der Mikroprozessortechnik beibehalten und in einigen Details weiterentwickelt wurde, das eigentliche Exquisit-Spielsystem aber gänzlich von der Bildfläche verschwand. Immerhin blieb jedoch die typische Rotamint-Spielatmosphäre bei den vier Nachfolgegeräten dank der übernommen Gerätebauart und -technik, sowie der Exquisit-verwandten optischen Gestaltung erhalten. An ein erneutes Aufgreifen des Exquisit-Spielsystems unter Einbeziehung von Spielelementen des neuen Jahrtausends und vor allem unter Verwendung der Bezeichnung "Exquisit" dürfte nach mittlerweile mehr als 25 vergangenen Jahren niemand mehr ernsthaft glauben. Dabei wäre ein solches Modell (vielleicht sogar limitiertes Sondermodell?!?) gerade anlässlich eines Jubiläums doch eine tolle Idee... Wie so ein Gerät aussehen könnte, ist im Anhang dieser Dokumentation zu sehen.

Bevor für die neue Goldene Sieben im Jahr 1978 der Vorhang aufging, galt es für NSM noch, 1977 mit zwei Sondereditionen dem 25-jährigen Firmenjubiläum Rechnung zu tragen. Dafür wurden nach genau 20 Jahren erstmals wieder Geräte mit Walzen anstelle von Spielscheiben ins Rennen geschickt.