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Der gefühlte Beschiss

 

BeschissFür meinen Geschmack wäre es am schönsten, wenn wir es mit einem wirklichen Zufallsprinzip zu tun hätten und dieses auch gesetzlich vorgeschrieben wäre. Ein echtes Glücksspiel sozusagen. Natürlich dürften oder besser sogar sollten die Geräte weiterhin elektronisch gesteuert werden (allein schon wegen Verschleiß und "Entertainment", nur um zwei Dinge zu nennen). Das würde auch ganz einfach funktionieren: Man bräuchte lediglich eine Routine im Programmablauf, die so funktioniert wie die alten Mischer aus den elektromechanishcen ADP-Geräten. Ich meine nicht den ersten, mit dem Schrittmotor, sondern den mit den IC´s.

 

Gehen wir einmal von einer Maschine mit Walzen mit je 24 Positionen je Walze aus. Wenn nun der Stopp-Zeitpunkt gekommen ist (ganz gleich ob zum Ende der Stop-Phase oder durch Betätigen der Stop-Taste), wird vom Mischer elektronisch eine Zahl von 0 bis 23 ausgewürfelt. Um so viele Positionen dreht die Walze dann noch weiter, bevor sie stoppt.

Dadurch würden sowohl für die Spieler als auch für die Geldspieler-Industrie positive Effekte entsehen.


- Für die Industrie:

* Beseitigung der Gefahr von gezieltem Leerspielen durch ausgespähte Daten

- Für den Spieler:

* Der "gefühlte Beschiss", wenn ich das mal so nennen darf, gehörte der Vergangenheit an.
* Beim Drücken der Stop-Taste(n) wäre das Spielresultat nicht zwangsläufig das selbe, als wenn man das Gerät "laufen lässt".

 

Der Spieler könnte sein Glück sozusagen selbst in die Hand nehmen. Das die Walzen nicht gezielt gestoppt werden können, würde weiterhin durch die "Mischer-Routine" im Programm gewähleistet. Also weder Geschicklichkeitsspiel noch Bevorteilung für Spieler mit unnatürlich hohem Reaktionsverögen

Zu der Bemerkung "gefühlter Beschiss" lies ich mich übrigens im Zusammenhang mit dem Erlebnis von vor rund zwei Wochen heinreißen, von welchem ich bereits berichtete: Ich spielte mit Freunden Am Luxx Pro (Bally Wulff, Erscheinungsdatum 4. Quartal 2005). Wirklich ein sehr schönes Gerät. Ich spiele es auch nach wie vor gern, denn wie für die meisten der aktuellen Bally-Wulff-Geräte üblich werden viele Kleingewinne gegeben und der Spielspaß kommt nicht zu kurz. Allerdings: Bei Einsatz von 24 EUR (=200 Spiele) wurde kein einziges Mal eine Krone in der Mitte für das Kronen-Risiko gegeben. Das finde ich geradezu unmöglich. Das hat mich sehr geärgert. Es geht nicht darum, dass ich in Erwartung eines Gewinnes Spiele. Aber wenn ich 24 EUR einsetze, dann darf ich doch wohl auch erwarten, dass wenigsten zwei bis drei mal die Krone in der Mitte erscheint. Selbst wenn das Risiko dann jedesmal "flöten geht", aber eine Krone zeigen muss doch wohl drinhängen... Das hat meine Meinung zum Luxx Pro doch ein wenig nach unten korrigiert. Gleiches gilt übrigens für das Löwen-Gerät "High Level". Bei Einsatz von rund 30 EUR einmal Joker in der Mitte, Sieben null mal. Wirklich toll...

Des weiteren entspräche es natürlich meinem Geschmack, wenn sämtliche Ungleichverteilung von Walzen- bzw. Spielscheibenstellungen gesetzlich verboten würden.

Gleiches gilt für die Resultate von Ausspielungen: Hier sollten die Werte ebenfalls per Zufallszahl ermittelt werden. Beispiel (Eine Ausspielung in einer Risiko-Leiter mit den Werten "20 Ct, 40 Ct, 90 Ct, 1,80 EUR und rote Ausspielung", ermittelt durch eine Zufallszahl zwischen 0 und 99):

Ausspiel-Gewinn Wahrscheinlichkeit wird gegeben bei ermittelter Zufallszahl
0,20 EUR 78 % 0-77
0,40 EUR 12 % 78-89
0,90 EUR 5 % 90-94
1,80 EUR 4 % 95-98
rote Ausspielung 1 % 99

 

Auch für das Risiko sollte das Resultat generell per Zufallszahl ermittelt werden. Es bräuchte nicht einmal für jede Stufe 1:1 sein. Bei einem Risiko von 20 auf 50 Sonderspiele (z.B.) könnte es ja auch ruhig eine ungleiche Wahrscheinlichkeit haben, da der zu erwartende Gewinn ja nicht verdoppelt würde, sondern 2,5 mal so hoch wäre wie der aktuelle Gewinn. Die Erfolgswahrscheinlichkeiten könnten einfach wie früher häufig angegeben zwischen jeden einzelnen Risiko-Feldern angegeben sein. Erinnert sei in diesem Zusammenhang auch an die vorbildlichen Risiko-Tabellen mit den Wahrscheinlichkeitsangaben von NSM Anfang der 80er Jahre. Bei einer Risikostufe mit einer Ergfolgswahrscheinlichkeit von 40% etwa könnte diese auch hier ganz einfach durch das Auswürfeln von einer Zahl von 0 bis 99 realisiert werden: 0 bis 59=Verloren, 60 bis 99=eine Stufe höher. Am besten wäre in diesem Zusammenhang, dass diese Zahl ca. alle 0,1 Sekunden neu ermittlet würde, sodass auch hier das Drüclen der Taste in jedem Fall über das Glück oder Pech des Spielers entscheidet.

Meine selbstprogrammierten "Amiga-Slots" funktionieren übrigens ALLE nach diesem Prinzip. Und das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich nach mehr als 10 Jahren immer wieder gerne an diesen virtuellen Geräten spiele...

Das was ich hier geschrieben habe, das wären nur ein paar kleine Dinge, die der "Ehrlichkeit" des Spiels sehr dienlich wäre, wenn sie in die Realität umgesetzt würden. Mehr bräuchte es gar nicht. Kleine Dinge mit großer Wirkung. Wenn das so wäre, dann würde ich deutlich häufiger spielen, als dass es gegenwärtig der Fall ist. Und die Einstellung zum Spiel würde sich für viele Menschen (ganz gleich ob für Kritiker oder für Spieler) sicherlich auch ändern. Denn dann wäre es ein "richtiges Spiel".

- ein Glücksspiel eben... Aber leider ist dies alles nur Since Fiction... Ich wäre auf jeden Fall dafür.