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Automatenspiel - Moderne Freizeitgestaltung

Automatenspiel_K

Klappentext:

Der Suchtbegriff zeigt hei uns inflationistische Tendenzen und läuft damit Gefahr, leer und belanglos zu werden. Seit einigen Jahren wird neben der in der Tat lebensbedrohenden Drogensucht keine der „neuen Süchte" so leidenschaftlich diskutiert wie die „Spielsucht". Und schon stehen meist selbsternannte Suchtexperten parat und propagieren wider alle wissenschaftlichen Erkenntnisse Patentrezepte. Manche machen die Spielautomaten verantwortlich und fordern ihre Abschaffung. Mit dem gleichen Recht wäre die Abschaffung des Geldes und der Banken zu fordern, weil es ohne sie keinen Bankraub gäbe.

Das vorliegende Buch analysiert und definiert auf wissenschaftlicher Basis das Spielen und „die Sucht" und zeigt auf, welche Irrwege die Diskussion geht. Das Buch soll und kann dazu beitragen, die ausufernde Diskussion zu versachlichen. Denn absichtliches oder unbedachtes Abstempeln zweifellos vorhandener Problemspieler zu Süchtigen hilft diesen nicht, sondern schadet ihnen, macht sie zu unschuldigen und unheilbaren Kranken.

Während am Suchtmodell orientierte Behandlungsansätze bei den meisten Prohlemspielern kläglich versagen. kann jedem zweiten von ihnen mit einer Methode geholfen werden, die den Spieler und vor allem seine Eigenverantwortung mit einbezieht. Denn es sind weder das Spielen an sich noch der Spielautomat, die hei manchen zum Problemverhalten führen, es sind vielmehr tieferliegende, behandlungsbedürftige und -fähige Probleme, die sich mehr oder weniger zufällig im Spielverhalten zeigen.

ISBN/Verlag/Autor/Preis:

bva Verlag, 1987, keine ISBN, Dirk Rohwedder, kein Preis angegeben

Inhaltsverzeichnis:

Geleitwort    
Vorwort    
Gedanken zum Thema Spielen    
Gedanken und Definition zum Thema Sucht    
Spielen zwischen Risikolust und Zwang    
Spieler-Karrieren    
Das Bildschirmspiel im Alltag Jugendlicher    
Typologie von Spielstättenbesuchern    
Typologie von Spielern an Geldspielautomaten    
Geldspielautomaten im Reigen der Glücksspiele    
Automatenspiel: Spiellust und Kontrolle    
Die Frequentierung von Geldspielautomaten    
Die Häufigkeit ausgesprochener Vielspieler    
Die Häufigkeit belasteter Spieler    
Ist häufiges Spielen eine Sucht?    
Kriterien des problematischen Spielens    
Ätiologie problematischen Spielens    
Geldspielautomaten als Objekte pathologischen Spielens?

Der Effekt der unterschiedlichen Spielstrukturen    
Relevante Variablen problematischen Spielens

Problemspieler    
Hilfe für Problemspieler    
Schlußbemerkungen    
Literaturverzeichnis

Presönliche Meinung:

Wer sich dieses Buch beschafft, um über unser Hobby zu lesen, wird enttäuscht. Trockene wisschenschaftliche Sprache versucht dem Geheimnis des Spieles auf den Grund zu gehen. Ellenlange Tabellen zeigen die Konzentration in Städen, in wirtschaftlich schwächeren Kreisen und dem männlichen Geschlecht. Wie überraschend. Sätze wie folgender machen es schwer, die 140 Seiten in vertretbarer Zeit durchzulesen: "Wiederholt sind Zusammenhänge zwischen Spielverhalten und Leistungsmotivation bzw. Erfolgsorientierung untersucht worden. Viele dieser Studien konnten im Zusammenhang mit Glücksspielen zu keinem schlüssigen Ergebnis kommen, da diesen Spielen der für Erfolgsorientierung erforderliche Kompetenzanteil fehlt. Dennoch ist die Hypothese möglich, daß Menschen, die die Leistungsmotivation und Geldorientierung unserer Gesellschaft verinnerlicht haben und gleichzeitig Mißerfolgsangst verspüren, im Glücksspiel eine Möglichkeit sehen, sozial anerkannte Ziele (viel Geld haben) zu erreichen, ohne persönlich für den Erfolg oder Mißerfolg der Handlung verantwortlich gemacht werden zu können."

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