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Super Sieben Restaurierungsbericht

 

a5Restaurierungsbericht eines NSM Sieben von 1968:

 

 

 

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Die Holz-Außenfarbe war teilweise grün überstrichen, Holzstücke waren heraus gebrochen, fast überall Farbrisse.

 

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Nach der Demontage des Innenlebens wurde das Außenholz mit 40er Schleifpapier grob bearbeitet. Die größten Unebenheiten und Löcher wurden mit Holzspachtel gekittet .

Weiter ging die Bearbeitung mit 100er und 240er Schleifpapier. Dann erfolgte die Grundierung. Grundierung mit 240er Schleifpapier nass abgeschliffen.

Komischerweise hat das Holz bei der Aufsprühung der Grundierung teilweise geknarrt.

Die Schlusslackierung erfolgte mit Antrazit-Hammerschlag.
(Durch die Schlusslackierung sind teilweise ganz leicht, einige ursprüngliche Unebenheiten zu sehen, je nach dem wie das Licht fällt, glaube das Holz arbeitet noch)



Die äußeren Chromleisten, Auszahlungsschale, Schraubköpfe wurden mit Stahlfix auf Hochglanz poliert.
(Selbst die kleinste Ecke wurde mit einem Stahlfix getränkten Zahnstocher behandelt)

Da keine funktionierenden Schlösser vorhanden waren, habe ich welche vom Astor genommen, passen hervorragend.

Der Plastikschutz für das Zulassungsschild. Sichthüllen und Prospekthüllen waren leider zu dünn oder nicht transparent genug, hier diente Laminierfolie.

Die Tasten wurden mit Stahlfix poliert, leider nicht ganz so zufriedenstellend, auch nicht mir Nitroverdünung. (poliert habe ich, bis dass mir die Finger glühten)


Wir kommen zum Innenleben.

Erstmal entstauben, d.h. rechte Hand Pinsel linke Hand den Staubsauger.

Die Nockenkontakte, sowie die Stecker wurden mit 240er Schleifpapier behandelt, Kontaktspray (w5 carcare) drauf, und mit einem Baumwolltuch nachpoliert.
Relais und mechanischen Teile wurden mit WD40 gereinigt und geölt.
Innenscheibe vorsichtig und nicht zu feucht mit Glassreiniger gesäubert.

Alle nicht genannten Teile wurden ebenfalls mit Glassreiniger gesäubert.

Münzprüfer und Münzdurchlauf (es hingen noch etliche Groschen fest) wurden, nach vorheriger Entfernung der Kabelverbindung, für mehrere Stunden in eine Wasserlauge, des größten deutschen Waschmittelherstellers gelegt. (Effektiver als Spülmittel)
Mit einer kleinen Bürste Staub und Dreck entfernt und mit klarem heißen Wasser abgespült.

Die innere Plexiglasscheibe fehlte, glücklicherweise hatte ich noch ein Stück Plexiglas.
Allerdings war es schon recht mühselig die Beschriftung hinzubekommen.

Da ich keine Möglichkeit hatte die Plexiglasscheibe bedrucken zu lassen, habe ich Inkjet-Folie genommen, die jetzt hinter der Plexiglasscheibe sitzt. Nur war es mit nicht möglich die Original goldfarbene Beschriftung hinzubekommen. Da die Farbe auf der Folie recht dünn aufgetragen wurde und immer sehr transparent wirkte, habe ich mich für einen schwarzen Aufdruck entschieden.

Das ganze hat viele viele Stunden Zeit gekostet, aber es hat einen unglaublichen Spaß gemacht, das "Schätzchen" in einem einigermaßen wohlverdienten "Ruhestand" zu versetzen.

Und hier Fotos vom Ergebnis:

 

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Natürlich hat der Automat immer noch einige Gebrauchsspuren, welche mich nicht sehr stören, soll ja auch nicht „ladenneu“ aussehen und einige andere kleine Dinge konnte ich nicht ohne eine Folgebeschädigungen restaurieren. Aber ich bin nach etlichen Stunden mit meinem Ergebnis zufrieden und vor allem er läuft.


Ein großes Danke an disa, t2balli, löwensteffel.

Gruss
Börnie

 

 


Ergänzung von t2balli:

 

Das Ergebnis kann sich sehen lassen.Da gibt es nichts zu meckeren. Wirklich sehr schöner originaler Zustand, da stört auch die Schriftfarbe von der nachgefertigten Plexischeibe nicht weiter. Selbst das leicht verbeulte Frontblech "15 Jahre NSM..." fällt nicht weiter auf.

 

Persönlich habe ich mir im Laufe der Zeit einen kleinen privaten technologischen Ablauf erarbeitet, womit ich die besten Ergebnisse bekomme. Es führen bekanntlich viele Wege nach Rom. Den besten eignen Weg muss jeder für sich finden. Am Ende zählt das Ergebniss. Zum Erfahrungsaustausch einige Tipps aus meiner Praxis.

 

Zitat:
Die Holz-Außenfarbe war teilweise grün überstrichen, Holzstücke waren heraus gebrochen, fast überall Farbrisse

 

Die alten Farbreste mit sonstigen Dreck entferne ich immer mit einen Abbeizer, danach neutralisieren mit viel Wasser und einen Holzreiniger. Ich bevorzuge die Produktreihe von "Liberon". Fehlende Holzteile wie gebrochene Kanten usw. ersetze ich selektiv mit neuen Holz gleicher Art. Kleine Löcher schliesse ich mit einen entsprechend getönten Holzkit oder Wachs. Da verschwinden problemlos alte Wurmlöcher. Nach dieser Behandlung ist oft nur noch ein 240er Nassschliff notwendig, bevor die endgültige Beschichtung erfolgt entsprechend den alten Originalzustand.

 

Zitat:
Die äußeren Chromleisten, Auszahlungsschale, Schraubköpfe wurden mit Stahlfix auf Hochglanz poliert.

 

Ist für mich auch die beste Methode. Ich verwende Stahlwolle in verschiedenen Sortierungen. Gute Ergebnisse habe ich auch mit einer Minidrahtbürste an meiner Proxxon gemacht. Zum Konservieren für die nächsten Jahre verwende ich Ballistol.

 

Zitat:
Die Nockenkontakte, sowie die Stecker wurden mit 240er Schleifpapier behandelt, Kontaktspray (w5 carcare) drauf, und mit einem Baumwolltuch nachpoliert.

 

Die Nockenkontakte reinige ich mit meiner Minidrahtbürste. Bei Bedarf noch einmal mit 800-1000 Schleifpapier. Kontaktspray verwende ich nicht mehr, wegen den Kriechströmen später. Früher gab es mal "Wellenschalteröl". Diese Substanz wurde als Tropfen auf dem Kontakt aufgetragen und nach einer kurzen Einwirkzeit mit einen Baumwolltuch entfernt/poliert. Leider ist die rote Flüssigkeit heute nicht mehr handelsüblich.

 

Zitat:
Münzprüfer und Münzdurchlauf

 

Erstreinigung mit einen Kaltreiniger von Caramba (ich kaufe immer in einen 5l Kanister zur Verwendung an allen verschmutzten Metallteilen), danach wieder die Minidrahtbürste und die Konservierung mit Ballistol.

 

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