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Leerspielung

Leerspielung

Da steht er nun, Dein erster Geldspieler. Frohen Mutes ans Spiel, 2€ rein und los. Ein Seriengewinn ist vollkommen unabhängig, ob sich Geld in den Röhren befindet, oder auch nicht, das wird einzig und allein vom Programm gesteuert. Wenn das Programm bestimmt, das im nächsten Spiel ein Vollbild und 100 Spiele gewonnen werden sollen, läuft auch genau dieses Vollbild ein, egal, ob Du den linken Spielkörper nachstartest oder die anderen vorzeitig stoppst. Und nach Murphy's Gesetzen, läuft auch gleich bei Dir eine größere Serie ein.

Die Serie ist beendet, auf dem Münzspeicher stehen einige Euros und er wollte auszahlen. Jetzt spuckt er Deine 2€ wieder aus, auf dem Display steht "LEEr"und nichts geht mehr. Gerät öffnen und die 2€ direkt in die Röhre zu schmeißen hat auch nichts gebracht.

Moderne Automaten verfügen über "Manipulationssichere Zählwerke", diese sind sogar gesetzlich vorgeschrieben. Jeder Geldeinwurf, jede Auszahlung wird gezählt, gespeichert und ist auf dem Ausdruck des Aufstellers lückenlos nachvollziehbar. Füllst Du jedoch die Röhre von Hand, wird das jedoch zunächst nicht gezählt, der Automat weiß nicht, das wieder Geld in der Röhre ist.
Auch an gewerblich aufgehängten GSG kommt diese Leerspielung vor, aus unterschiedlichen Gründen. Es kann durchaus sein, das die Röhrenpegel im Gerät auf sehr niedrig gestellt sind, um das Gerät im Gewinnfall kontrolliert nachzufüllen. Die Pegel können, je nachdem ob 1*2€ oder 2*2€, zwischen etwa 160 und 600€ eingestellt werden. Um den programmgesteuerten Spielablauf hier nochmals anzuführen: Der Programmablauf ist auch nicht vom Röhrenfüllstand abhängig, sondern lediglich vom Geldeinwurf. 100€ Einwurf sind 500 Spiele, egal, ob das Geld in die Kassenbox oder die Röhren fällt, die Gewinnchancen sind in beiden Fällen gleich.

Dementsprechend hätte ein Gastwirt bei einer Leerspielung noch ein größeres Problem als Du - er hat in den meisten Fällen keinen Geräteschlüssel, das Gerät wurde von einem Aufsteller aufgehängt.
Aber hier haben die Hersteller bereits vorgesorgt. Genau für diesen Fall gibt es den Wirtespeicher, oder Nachfüllspeicher, den man bei einer Leerspielung über die Geldrückgabetaste "öffnen" kann. Alles, was über diesen Speicher nachgefüllt wird, erscheint als "Wirtespeicher" auf dem späteren Ausdruck, den der Aufsteller ja machen muß. So bekäme der Gastwirt seinen nachgefüllten Betrag auch wieder zurück.

Zurück zu Deinem Gerät. Mal angenommen, der Münzspeicher steht bei 66,40€ und blinkt abwechselnd mit "LEEr". Nach Serienende zahlen die meisten Geräte soweit aus, bis 25€ unterschritten sind. (Bei ADP erfolgt im Hobbymodus unter 226€ keine Zwangsauszahlung) Prinzipiell würde es ausreichen, wenn Du 22€ in 2€-Münzen nachfüllst. In der Praxis sollten es mindestens 3 Münzen mehr sein, da die letzten 3 nur seltenst ausgezahlt werden, die Leer-Lichtschranke verhindert das.

Da sich jedoch alle Geräte, was den Wirtespeicher betrifft, unterschiedlich verhalten, gibt es im zweiten Teil des Threads die einzelnen Vorgehensweisen.

Danach die entsprechenden Münzen einwerfen. Wenn genug drin ist, den Wirtespeicher mit "Start" verlassen. Der Münzspeicher wird weiter ausgezahlt. Hast Du genug eingeworfen, beginnt danach der normale Spielbetrieb, wenn es zu wenig war, wiederhole den Vorgang nochmals.
Ähnliches widerfährt Dir, wenn das Gerät in die Zwangspause nach 60 Minuten Spielbetrieb geht. Auch dann wird der komplette Münzspeicher ausgezahlt. Nur, das in dem Fall auch in die anderen Röhren etwas Kleingeld eingeworfen werden muss.

Wie werden die in den Röhren vorhandenen Münzen eigentlich gezählt, wenn ich von Hand befülle/entnehme?

Wenn Du das Gerät bekommst, ist in der Regel für jede Röhre noch eine Münzanzahl gespeichert, die sich natürlich nicht mehr in den Röhren befindet. Diese Zahlen kann man zwar auslesen und von Hand wieder in die Röhren füllen, macht aber nicht unbedingt einen Sinn. Denn nicht jeder steckt mehrere Hundert Euro in die Röhren, bevor der Spielbetrieb beginnt.
Ein Geldspielgerät wird die Röhrenpegel schon selbst korrigieren, dazu sind an jeder Röhre eine Reihe Lichschranken angebracht (die Prismen dürfen auch gern gereinigt werden!). Durch unter/überschreiten einer solchen Lichtschranke wird der entsprechende Münzpegel korrigiert. Das Gerät "kennt" den Inhalt der einzelnen Röhre wieder, von diesem Zeitpunkt an wird jede Ein/Auszahlung richtig gezählt. Ein Unterschied zu den voher gespeicherten Münzzahl würde auf einem entsprechenden Ausdruck als "Fehlgeld" ausgewiesen, ist für uns aber eher unwichtig.

Vielleicht noch ein kleiner Hinweis:

Wir interessieren uns hier für Geldspielgeräte, solche sollten auch mit Geld bespielt werden. Denn nur, wo Geld drin ist, kann auch welches herauskommen. Es macht keinen Spass, wenn man eine Serie erreicht, es aber anschließend nicht entsprechend in der Auszahlschale "klimpert". Also lasse "verspieltes" Geld nach Möglichkeit in den Röhren und nimm es nicht ständig wieder heraus. Das kommt auch der gesammten Auszahleinheit zu Gute. Die sind nicht dafür konzipiert, mehrmals täglich entnommen und wieder eingesetzt zu werden, denn teilweise müssen dazu sogar noch Kabelverbindungen gelöst werden. Die beste Lösung ist die Entnahme und Leerung der Kassenbox.
Stell Dir einfach vor, es wäre ein GSG, welches in Deiner Stammkneipe hängt. Das Geld, welches Du dort hineinwirfst, kannst Du auch nicht wieder rausnehmen.

 

Vorgehensweise bei den verschiedenen Herstellern


ADP Gauselmann:
Blinkende Münzeinwurfpfeile signalisieren fehlende Münzsorten, Anzeige des Restbetrages.

  • Münzrückgabetaste drücken, Anzeige wechselt zu „0000“
  • Münzen einwerfen ( min. offener Restbetrag )
  • Münzrückgabetaste drücken, Restbetrag wird ausgezahlt


Gerät ist wieder spielbereit.


NSM Löwen:
Blinkende Leuchtdioden signalisieren fehlende Münzsorten, Anzeige LEEr, Fehler E46.

  • Münzrückgabetaste ca. 5sec drücken, Starttaste leuchtet
  • Anzeige Sonderspiele wechselt zu „AUF“, Münzspeicher wechselt zu „0.0“
  • Münzen einwerfen ( min. offener Restbetrag )

Starttaste drücken, Restbetrag wird ausgezahlt

Gerät ist wieder spielbereit.


Bally-Wulff:
Anzeige „LEERSPIELUNG“ auf dem eingebauten Alphadisplay, Starttaste leuchtet, nach Drücken erscheint "Wirtegeld im Display"

  • Starttaste drücken, Anzeige wechselt zu „WIRTEGELD X.XX.“, Stopptaste leuchtet
  • Münzen einwerfen ( min. offener Restbetrag )
  • Stopptaste drücken, Restbetrag wird ausgezahlt


Gerät ist wieder spielbereit.


Bergmann:
Anzeige „LEEr“ im Wechsel mit dem Restbetrag, fehlende Münzen werden auf dem rechten kleinen Display angezeigt.

  • Risikotaste links ca. 2sec drücken
  • Anzeige wechselt zu „no X“ ( lfd. Nachbefüllungsnummer ) und Nachfüllbetrag
  • Münzen einwerfen ( min. offener Restbetrag )
  • Münzrückgabetaste drücken, Restbetrag wird ausgezahlt


Gerät ist wieder spielbereit.