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Schmauchspuren auf der Platine

Re: Schmauchspuren auf der Platine

Beitragvon Dr. Hannibal Lecter » 18.01.2019, 20:15

[quote="Sternvogel]

Es geht den Verantwortlichen aus Presse, Wirtschaft und Politik beileibe nicht um die Vielfalt in der Wirtschaft. Es geht ihnen auch nicht primär um die Rettung von Arbeitsplätzen oder gar um die Erhaltung einer erfolgreichen Traditionsfirma.

Und wie dieser Film am Ende ganz richtig anmerkt, ging es dem Konkurrenten, dessen Begehrlichkeit nicht lange auf sich warten ließ, vor allem um eine erfolgreiche "Marktbereinigung".
[/quote]

Genau so ist es. Das war bei dem Beitritt des 1. Arbeiter- und Bauernstaates auf deutschem Boden zur Bundesrepublik Deutschland auch nicht anders.
Ich habe dies in Suhl/Thür. "live" miterlebt. Ich war das ganze Jahr 1991 für meinen damaligen Arbeitgeber beim "Projekt Aufbau Ost" in der SBZ. Die Fa. Simson, ehemals größter Zweiradhersteller Europas wurde von der Treuhand "abgewickelt". Den Motorradhersteller "MZ", später "MuZ" in Zschopau liess man weiterwurschteln, dadurch dann in Konkurs gegangen. Anders als bei Borgward war BMW da aber gar nicht erst in Erscheinung getreten. Das Ergebnis war aber unter dem Strich das gleiche: Ein Konkurrent weniger. Heute befindet sich in den ehemaligen Produktionsstätten eine Art Zentrum, zur Gründung von start-ups.
Eigentlich traurig, was aus diesen traditionsreichen Firmen geworden ist.
Anyway, es ist wie es ist.

LG
Manfred
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Re: Schmauchspuren auf der Platine

Beitragvon Sternvogel » 20.01.2019, 12:29

Ja, dieses wilde Kapitel deutscher Geschichte ist ja mittlerweile ganz gut aufgearbeitet worden. Dazu kann ich diese beiden sehr aufschlußreichen TV-Dokumentationen empfehlen, falls du sie noch nicht kennst:

Goldrausch - Die Geschichte der Treuhand

https://www.youtube.com/watch?v=OSDsg94F1sM&t=1666s

und: Die DDR - Plünderung im Namen der Einigung

https://www.youtube.com/watch?v=Tnk0qPZ4cT4

Ich habe das damals im Kleinen auch miterlebt, selbst im wenig industrialisierten Norden von Sachsen-Anhalt. In meiner Nähe gab es ein relativ großes Spanplattenwerk. Ein Arbeitgeber für recht viele Menschen aus der Region. Dieser Betrieb hatte erst kurz vor der Wende moderne Produktionsstraßen aus dem Westen angeschafft. Die hatten trotzdem keinerlei Chance. Der Betrieb wurde innerhalb kürzester Zeit abgewickelt. Ich habe davon sogar noch profitiert. Ich konnte hochwertige Platten zu absoluten Ramschpreisen von dort bekommen, die ich damals gut für die Sanierung meines Hauses gebrauchen konnte.

LG Ralf
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