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Sorgenkinder Automaten

Alles, was nichts mit Automaten zu tun hat. PC-Probleme, Störungen beim Internetanschluss oder fachmännische Gartenschlauchverlängerungen können hier diskutiert werden.

Re: Sorgenkinder Automaten

Beitragvon Dr. Hannibal Lecter » 19.01.2020, 19:55

Sternvogel hat geschrieben:
Dr. Hannibal Lecter hat geschrieben:bei dem Manhattan sieht es folgendermassen aus:

Der Automat läuft und irgendwann, schaltet die Münzannahme ab, es ziehen die Annahmemagnete nicht mehr an und die grünen Annahmelämpchen gehen aus. Auch wenn alles Geld verspielt ist, bleibt die Münzannahme "tot". Nach einer Standzeit mit eingestecktem Stecker unterschiedlicher Länge geht dann irgendwann die Münzannahme wieder an. Habe ich aber das Glück, dass nach dem letzten Spiel noch zehn oder zwanzig Pfennig auf dem Münzspeicher stehen und ich drücke die Rückgabetaste werden die Groschen ausgezahlt und die Münzanname funktioniert sofort wieder. Ist kein Geld mehr auf dem Speicher und ich ziehe den Stecker bleibt die Münzanname auch ausgeschaltet, bis irgendwann....


Hallo Manfred,

versuche mal zu eruieren, welche Relais für die Freischaltung der Münzannahme zuständig sind und überprüfe diese dann mal. Ich würde entweder auf ein fehlerhaftes Relais tippen, dass aus irgendwelchen Gründen im warmen Zustand nicht mehr durchschaltet. Oder aber es liegt an kalten Lötstellen, wozu dieses Symptom auch sehr gut passen würde. Denn kalte Lötstellen leiten im kalten Zustand mitunter noch, während sich im warmen Zustand bereits Ausfälle zeigen können. Die F-Platine wäre eventuell schon ein guter Kandidat für dieses Problem.

Liebe Grüße
Ralf


Hallo Ralf,

werde ich in den nächsten Tagen ebenfalls überprüfen, bzw. in Augenschein nehmen und dann hier berichten.

LG
Manfred
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Re: Sorgenkinder Automaten

Beitragvon Dr. Hannibal Lecter » 20.01.2020, 15:44

So, nachdem ich nun den Gold-Silber-Bronze wieder komplett zusammengebaut und den Stecker in die Steckdose gesteckt habe, ist das Ergebnis leider zunächst mal ernüchternd. Der Motor dreht jetzt etwas besser, aber das wars dann auch schon. Das "schöne" bei den alten Wulff-Rotomaten ist ja, dass, wenn an irgendetwas gearbeitet werden muß mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit immer erst das Chassis ausgebaut werden muß. Was danach nicht minder toll ist, ist dass nach durchgefühten Überprüfungs-/Reparaturarbeiten das Ergebnis erst dann festegestellt werden kann, wenn das Chassis im Automaten befestigt und alle Kabelverbindungen wieder hergestellt worden sind und man Saft auf die Mühle gibt.
Ich werde jetzt nochmal behutsam versuchen den Motor dazu zu bekommen, dass er rund läuft. Dazu habe ich jetzt zwei Optionen:
Den Motor auszutauschen, was gerade eben so noch bei eingebautem Chassis möglich ist, oder
erneuter Chassisausbau und dann die gesamte Antriebseinheit nochmals komplett zerlegen.

Das Chassis beim Gold-Silber-Bronze ist im Vergleich zu späteren Modellen zwar ein relatives Leichtgewicht, dennoch besteht aber immer die Gefahr bei jedem Aus- bzw. Einbau sich die Automatenscheibe auf der Innenseite zu ver- bzw. zerkratzen. Da ich beim Kauf der Automaten, trotz ihres Alters, immer allergrößten Wert auf eine einwandfreie Scheibe lege, gehe ich zur Vermeidung von Kratzern auf der Scheibeninnenseite beim Chassisaus- bzw. Einbau stets wie folgt vor:

Als erstes öffne ich den Automaten und baue den Münzprüfer, der für die Annahme der 10Pfg.-,50Pfg.- und 1,--DM- Münzen zuständig ist, aus.
Dann trenne ich die Steckverbindung zwischen Türe und Rückwand. Danach hänge ich die Türe aus und lege diese mit der Scheibe nach unten auf den Boden. Jetzt werden die noch erfoderlichen Ausbauschritte zum Chassisausbau gem. den Technischen Unterlagen vorgenommen. Sind alle Steckverbindungen und die Schrauben entfernt bzw. gelöst hebe ich das Chassis an der Unterseite (an dem Blech, auf dem sich der Sonderspielezähler befindet) vorsichtig an und schiebe zwischen dem leicht angehobenen Chassis und der Automatenscheibe eine Luftpolsterfolie, die es als Meterware im Baumarkt zu kaufen gibt. Ist dies vollbracht, lasse ich das Chassis wieder die paar angehobenen Zentimeter runter und entnehme dann das Chassis gem. TU. In meinen Augen hat es sich auch nicht als Fehler erwiesen, um etwas mehr Bewegungsfreiheit zu haben, vor der Chassisentnahme noch den Münzspeicher mit den davor angebrachten Platinen zu entfernen. Dieser Ausbau ist vor allem bei den Automaten Goldpokal und Goldmedaille sehr empfehlenswert.
Vor Wiedereinbau des Chassis lege ich die Lutfpolsterfolie direkt auf die Automatenscheibe, setzte das Chassis wieder ein, hebe es dann so wie beim Ausbau beschrieben etwas an und ziehe die Folie wieder heraus.
Mit dieser Vorgehensweise, die vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluß ist, ist es mir immer gelungen, die Innenseite der Automatenscheibe bei den Wulff-Rotomaten nicht zu verkratzen.
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Re: Sorgenkinder Automaten

Beitragvon Dr. Hannibal Lecter » 20.01.2020, 22:16

Kleine Ergänzung zum Gold-Silber-Bronze

Ich muß mir das Getriebe, bzw. die Zahnräder noch mal genau anschauen:
Ich habe 15 bis 20 mal für etwa 15 Sekunden mit dem Überbrückungsstecker die Mühle unter Strom gesetzt. Da sich zunächst nix tat und sich die Bewegung der Nockenwalze nach wie vor im Millimeterbereich abspielte, habe ich zur Vermeidung des Durchbrennens irgendwelcher Spulen (gleicher Effekt wie die Abschaltung der Motorsteuerung über die entsprechende Servicetaste) diese Zeitspanne gewählt.
Nach etlichen Versuchen schaffte es der Motor auch mit der richtigen Geschwindigkeit so rund zu laufen, wie es normal üblich ist.
Allerdings, und deshalb muß ich mir das Ganze noch mal bei Tageslicht vor Augen führen, macht die Mühle einen Höllenlärm. Wenn die Bremsmagnete die Walzen halten, ist der Krach, wirklich groß. Nach der obligatorischen Einführungsrunde, die komplett mit Lärm verbunden ist, da die Bremsen ja blockieren, erlischt die Lampe "Spiel ungültig", die Münzannahme zeigt "grün", Münzen werden angenommenm, aufgebucht und ein Spiel läuft. Wenn die Walzen in Bewegung sind, sich also drehen, normale Automatengeräusche, so wie wir es kennen, aber solbald die Bremsmagneten eingerastet, bzw. abgefallen sind, ist hier Lärm "vom Feinsten" auch hüpfen die Walzen während dessen. Mein unter mir wohnender Nachbar hat mich deswegen schon besucht. Diesmal hatte ich sogar so etwas wie Verständnis für den Mann; während ich ihm das letzte mal sagte, dass wenn jemand über einem wohnt, es in der Natur der Sache liegt, dass von dort Geräusche kommen.
Ich schaue mir also jetzt nochmal die Verbindung der Walzenantriebsachse zum Getriebe an und werde aber auch insofern auf "nummer sicher" gehen, als dass ich den Motor auch noch auswechseln werde.
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Re: Sorgenkinder Automaten

Beitragvon Theseus » 20.01.2020, 23:44

Ich wollte dich ja nicht beunruhigen, aber ich habe mir insgeheim schon gedacht, das beides wahrscheinlich von nöten sein wird. Erneutes ausbauen und reinigen und ggf. ein neuer Motor.
Der Nachbar wird sich noch gedulden müssen, bis alles ruhig läuft. :mrgreen: :hoch
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Re: Sorgenkinder Automaten

Beitragvon Dr. Hannibal Lecter » 21.01.2020, 14:52

Vorläufiger Abschlußbericht:

Nachdem ich im Automaten alles nochmals geprüft habe, war die Geräuschentwicklung von gestern Abend durch ein Mahlen eher einer Unachtsamkeit (oder Anfängerfehler??) meinerseits geschuldet:
Nach dem Zusammenbau des Getriebes und dem Wiedereinsetzen der Welle mit den Antriebszahnrädern hatte diese leider unbemerkt ein wenig zuviel Spiel, wodurch die Zahnräder keinen exakten Kontakt mit den Zahnrädern der Walzen hatten und so kam es zu dem lauten, mahlenden Geräusch. Dies ist nach erfolgter Nachjustierung jetzt abgestellt. Nach dem Stromanschluß drehte der Motor an und setzte den Automaten in Bewegung. Der Automat hat sich auch noch im Aufstellersinne als "ein Guter" entpuppt: Nach zehn Spielen ohne Gewinn, dann aber zur Begrüßung quasi wurde eine 50er-Bronze-Serie gegeben. Mit der atemberaubenden Münzspeicheranzeige von 6,80 DM am Ende.
Alle eingelaufenen Gewinne werden erkannt, der Gong ertönt und werden richtig aufgebucht. Gerade lief wieder eine Bronze-Serie ein auch hier korrektes Stoppen, Leuchten im Transparent und Aufbuchen der 10 gewonnen Spiele.

Ich werde noch einige Öl- und Schmierarbeiten vornehmen, da es teilweise im Inneren doch noch ein bißchen quietscht, aber grundsätzlich ist die Mühle reanimiert.
Bleibt zu hoffen, dass sich nicht doch noch irgendwelche größeren Fehler einschleichen.
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Re: Sorgenkinder Automaten

Beitragvon Dr. Hannibal Lecter » 21.01.2020, 20:00

Leider etwas zu früh gefreut.
Sämtliche Spiele habe ich, um ggfs. sofort eingreifen zu können, bei geöffneter Automatentüre ablaufen lassen und, wie gesagt, bzw. geschrieben, ist dann alles in Ordnung.
Mache ich jetzt aber den Automaten zu, entpuppt sich dieser als merkwürdig. Jedenfalls so, wie ich es bisher auch noch an keinem Wulff-Rotomaten erlebt habe:

Münspeicher steht auf 0,00DM ich werfe Geld rein, egal was, der Betrag wird dem Münzspeicher gutgeschrieben. Die Mühle läuft an, der Einsatz von 30Pfg. wird abgebucht und direkt danach, ohne dass ich etwas getan habe, werden die 30Pfg. wieder aufgebucht. Auch kommt schon einmal vor, dass zusätzlich noch eine Mark aufgebucht wird, ohne dass dafür ein Grund vorliegt; auch passiert es mitunter, dass Geldgewinne garnicht oder fehlerhaft aufgezählt werden.
Dieses Phänomen tritt ausschließlich auf, wenn der Automat geschlossen ist. Bei geöffneter Türe läuft alles absolut korrekt ab.
Meine Vermutung ist, dass es irgendwo bei geschlossener Türe zu einem fehlerhaften Kontakt von Kabeln oder der Nockenkontakte kommt. Wobei letzteres eher unwahrscheinlich ist, da über den Nockenkontakten die Plastikschutz befestigt ist.
Werde morgen als erstes mal den Münzspeicher komplett auswechseln um da den Fehler schon mal einzugrenzen bzw. auszuschließen. Dann wird sich die Nocke 10 mit der Fuktion "Aufbuchen - Abbuchen Zählwerk" mal etwas genauer angeschaut.
Immer wieder eine Wundertüte die Rotomaten.
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Re: Sorgenkinder Automaten

Beitragvon Theseus » 21.01.2020, 21:32

Hallo Manfred, wenn es WIRKLICH nur bei geschlossener Tür ist, scheint da was eingeklemmt oder gequetscht zu werden. Das hatte ich schon öfter. Das ist das "Mysterium" -vorher läuft alles, beim zumachen läuft es fehlerhaft- Wahrscheinlich sieht du den Fehler nicht einmal, da der Automat ja dann zu ist. Schau mal, das du ein zumachen simulierst und alles durch drücken und abtasten zu eruieren, was da los sein könnte. Motoren und Getriebe reagieren unterschiedlich empfindlich, wenn nicht alles korrekt justiert, bzw. RAUM und SPIEL für die korrekten mechanischen Abläufe gegeben sind.
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Re: Sorgenkinder Automaten

Beitragvon Dr. Hannibal Lecter » 21.01.2020, 21:58

Theseus hat geschrieben:Hallo Manfred, wenn es WIRKLICH nur bei geschlossener Tür ist, scheint da was eingeklemmt oder gequetscht zu werden. Das hatte ich schon öfter. Das ist das "Mysterium" -vorher läuft alles, beim zumachen läuft es fehlerhaft- Wahrscheinlich sieht du den Fehler nicht einmal, da der Automat ja dann zu ist. Schau mal, das du ein zumachen simulierst und alles durch drücken und abtasten zu eruieren, was da los sein könnte. Motoren und Getriebe reagieren unterschiedlich empfindlich, wenn nicht alles korrekt justiert, bzw. RAUM und SPIEL für die korrekten mechanischen Abläufe gegeben sind.


Da bin ich auch Deiner Meinung. Hier wird/ werden irgendwo ein oder mehrere Kabel gequetscht und/oder bekommen dadurch fälschlicherweise Kontakt.
Um ganz sicher zu gehen, hole ich morgen erst mal einen anderen Münzspeicher aus meiner Asservatenkammer. Allerdings mache ich mir da recht wenig Hoffnung, dass da der Fehler zu finden ist.
Fazit: Der Kampf geht weiter.
LG
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Re: Sorgenkinder Automaten

Beitragvon Theseus » 21.01.2020, 22:30

Richtig. Aufgeben ist keine Option. Ich habe hier ein Bild von einem Gerät jetzt vorliegen. Da gehen ja in der Tat ernorm viele dicke Kabel entlang. Speziell an der Rückseite innen. Vermutlich ist dort tatsächlich der Fehler zu suchen. Könnte auch ein Kabelbruch vorliegen. Das würde zu der beschriebenen Problematik einigermaßen passen. Oder ein Verbindungsstecker hat Wackelkontakt.
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Re: Sorgenkinder Automaten

Beitragvon Dr. Hannibal Lecter » 22.01.2020, 13:37

Theseus hat geschrieben:Richtig. Aufgeben ist keine Option. Ich habe hier ein Bild von einem Gerät jetzt vorliegen. Da gehen ja in der Tat ernorm viele dicke Kabel entlang. Speziell an der Rückseite innen. Vermutlich ist dort tatsächlich der Fehler zu suchen. Könnte auch ein Kabelbruch vorliegen. Das würde zu der beschriebenen Problematik einigermaßen passen. Oder ein Verbindungsstecker hat Wackelkontakt.



Wie erwartet, oder befürchtet, am Münzspeicher lag es nicht.
Jetzt geht das "große Suchen" los.

LG
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Re: Sorgenkinder Automaten

Beitragvon Dr. Hannibal Lecter » 22.01.2020, 16:29

Nachdem der Tausch des kompletten Münzspeichers keine Abhilfe des Problems brachte, habe ich die von mir schon im Vorfeld als "hochgradig verdächtig" eingestufte Nocke 10 (Aufbuchen-Abbuchen Zählwerk) in Augenschein genommen. Da der Fehler (ohne Münzeinwurf wurden wahllos Groschen- oder DM-Beträge "von sich aus" aufgebucht) nur bei geschlossenem Gerät auftrat lag mein Hauptaugenmerk auf dem Zustand der Kabel, bzw. auf den Lötpunkten der Nockenkontakte. Hier konnte ich aber nichts festgestellen, da sämtliche Verbindungen ordnungsgemäß angelötet waren. Dann habe ich bei geöffnetem Gerät den Überbrückungsstecker benutzt und die Mühle dann laufen lassen :zacktot:
Es funktionierte alles, wie bisher auch immer, einwandfrei. Wackelete ich jetzt aber am Kabelstrang hatte ich wieder die gleichen Probleme wie eingangs geschildert. Danach habe ich, nachdem ich den Automaten wieder vonm Netz genommen habe, die Nocke 10 von der Halterung der Nockenkontakte abgeschraubt, was aber nur zusammen mit Nocke 11 (Gewinnmotor) möglich war, da beide mit einem gelöteten Kabel verbunden sind, und entnommen. Dabei war dann schon zu erkennen, dass der Nockenkontakt, der für das Aufbuchen des Münzspeichers zuständig ist, einen sehr geringen Abstand hatte, sich also kaum bewegte. Nachdem ich diesen Abstand vergrößert auch die anderen Umschaltkontakte von Nocke 10 justiert habe, erfolgte das Wiedereinsetzen. Bei offenem Gerät lief auch wieder alles. Dann habe ich den Aparillo geschlossen und welch Wunder, er läuft jetzt auch im geschlossenen Zustand einwandfrei.
Durch das Schliessen des Automaten wurde bedingt durch den zu geringen Abstand des Nockenkontaktes dieser vermutlich dauerhaft geschlossen, weswegen direkt nach der Funktion "Abbuchen Zählwerk" und dem Abzug des 30-Pfg.- Spieleinsatzes "Aufbuchen Zählwerk" permanent unter Spannung stand und so den Gewinnmotor in Aufbuchdrehrichtung laufen liess, wodurch willkürlich Geldbeträge aufgebucht wurden.

Fehler ist weg, Automat spielt jetzt auch bei geschlossener Türe.
Die nächste Fehlfunktion kann kommen :D

Als nächstes werde ich mich folgenden Mühlen zuwenden, die als zuerst erreichbare bei mir im Keller stehen: Senator, Super100, Gaucho und Classic. Da ich am kommenden Montag eine neue Stelle antrete, werden sich dann die Automaten-Aktivitäten allerdings merklich reduzieren.

LG
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Re: Sorgenkinder Automaten

Beitragvon Sternvogel » 23.01.2020, 12:11

Ich staune immer wieder, wie empfindlich die Nockenkontakte bei den Wulffautomaten sind. Leider gab es bei den Wulff in den TU nicht mal eine Angabe dazu, mit welchen Abständen die Kontaktzungen genau einzustellen sind, damit sie einwandfrei schalten. Alles was man bekommt, ist ein Beispielbild, wie es auszusehen hat. :roll: Das korrekte Maß würde es einfacher machen, dann ließe es sich gut mit einer Kontaktlehre arbeiten. Bei Bergmann wurde diese Angabe beispielsweise nicht vergessen, hier wurde ein Kontaktabstand von 0,6 mm in den TU angegeben, mit dem die Kontakte zueinander einzustellen sind. Das macht das Einstellen der Kontakte mittels einer Kontaktlehre deutlich einfacher.

Man bekommt es natürlich auch auf Sicht hin mit etwas Erfahrung, aber wirklich optimal ist das bestimmt nicht. Zumal sich durch die Materialermüdung/Alterung des Materials die Kontaktzungen meistens auch schon nicht mehr symmetrisch gegenüberstehen, so wie es im Neuzustand vermutlich der Fall war. Was leider auch wieder gewisse Toleranzen mit sich bringt. Na ja, das ist und bleibt eben die Herausforderung bei der alten Mechanik. Zum Glück bekommt man das dafür aber fast immer hin.

Schön, dass du es hinbekommen hast. :hoch Man lernt halt nie aus. Und das Reservoir an möglichen Fehlersymptomen ist ohnehin schier unerschöpflich. :mrgreen:

LG Ralf
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Re: Sorgenkinder Automaten

Beitragvon Theseus » 23.01.2020, 19:30

::318::

Super das er wieder läuft.
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Re: Sorgenkinder Automaten

Beitragvon Dr. Hannibal Lecter » 23.01.2020, 21:24

Theseus hat geschrieben:::318::

Super das er wieder läuft.



Danke schön! :hoch
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Re: Sorgenkinder Automaten

Beitragvon Theseus » 28.01.2020, 23:56

Bitte sehr gerne. :hoch
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